Nachdem ich die ersten Tage schon bissl rumgekommen bin und was gesehen hab, war heute der erste Tag hier, an dem ich mal wirklich aktiv geholfen hab. Erstmal konnte ich ganz gut ausschlafen und kurz vor 10Uhr hin ich dann gemeinsam mit meinem Host zum nahegelegenen örtlichen Krankenhaus.
Dort hilft mein Host regelmäßig aus, beschäftigt sich auch mit den Patienten und betet mit ihnen. Das ist für sie als Missionarin schon ziemlich naheliegend, bei den Bedingungen in dem Krankenhaus aber auch nicht unbedingt abwegig... 😮 Als wir gestern in dem anderen Krankenhaus waren, hatte mein Host schon angekündigt, dass das im Vergleich zum örtlichen wie ein Luxusresort erscheinen würde. Als wir dann heute später in einen der Krankentrakte gegangen sind, war es allerdings ein ziemlich erbärmlicher Anblick und ich hab's anstandshalber unterlassen, davon Fotos zu machen. Zwar sind die Räume sauber, aber bis auf Betten und Matratzen ziemlich leer - vor allem in Bezug auf medizinisches Equipment! Da vegetieren die Patienten halt so vor sich hin, bis mal ein Arzt vorbeikommt, ihnen was verabreicht und sie wieder nach Hause schickt - egal ob es hilft oder nicht. Das war halt der Teil, wo mein Host mit den einzelnen Patienten redet und betet. Aber nachdem mich mein Host schon am Anfang darauf hingewiesen hatte, dass ich jederzeit gehen kann, hab ich das an der Stelle auch getan. 😑
Vorher bin ich aber wie gesagt noch aktiv geworden. Das Krankenhaus hat eine relativ große Abteilung zur HIV-Behandlung mit entsprechend großem Patientenaufkommen. Wir haben dabei einen verwaltungstechnischen Posten in der Aufnahme von Patientendaten bekommen, inkl. Erfassung von Gewicht und Muskelmasse, da das Indikatoren für den Krankheitsverlauf sind. Anfangs hatte ich schon ein etwas seltsames Gefühl, mit diesen Leuten in Kontakt zu kommen. Es ist halt doch irgendwo im Hinterkopf, dass sie eine (noch) nicht heilbare Krankheit haben... Zwei Stunden und knapp 70 Patienten später hatten wir allerdings alle abgefertigt. Da mir danach schon ein Blick in den Krankentrakt reichte, hab ich mich danach wieder in die Unterkunft begeben.
Alle Jugendlichen sind bis abends um 17Uhr in der Schule und die Haushälterin war auch unterwegs. So hatte ich paar Stunden sturmfrei. Mein Host hält allerdings nix von Fernsehen, sodass ich während meiner Zeit hier darauf verzichten muss. Im Radio läuft außer BBC Nachrichten auch nur Gelaber in der Landessprache. So hab ich mich halt bissl mit unserer Ziege beschäftigt (mit der kann ich wenigstens Deutsch reden... 😅) und ansonsten hab ich die meiste Zeit des Nachmittags auf der Veranda gechillt und die Ruhe und das Wetter genossen.
Als die Jugendlichen und mein Host nach und nach eintrudelten, haben wir den Abend mit Plaudereien verbracht. Das entwickelte sich mit meinem Host zu einer netten Diskussion über Religion und später über soziale Arbeit, die sich über einige Stunden erstreckt hat. Allerdings ist mir dabei aufgefallen, dass ich deutliche Probleme hab, in Englisch zu diskutieren - vor allem wenn man mit Leuten diskutiert, mit denen man relativ tief in die Materie geht. Mal schauen, wie sich solche Diskussionen während meiner Zeit hier noch entwickeln. 😜
Dienstag, 21. Februar 2017
Tag 42, Di. 21.02.
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