Auf den heutigen Ausflug hatte ich mich schon länger gefreut! So nah an den Äquator wie jetzt komm ich auf meiner ganzen Reise nicht mehr. Die planmäßige Überquerung wird theoretisch mitten während einer Busfahrt geschehen. Ich musste wie gesagt genauso früh aufstehen wie unter der Woche. Aber das hatte wenigstens den Vorteil, dass es noch nicht so heiß war! Zuerst sind wir (das heißt meine Hostmutter, ihre Tochter und ich) mit Boda und Taxibus nach Kampala reingefahren. Dort mussten wir wieder noch bissl laufen, bis wir auf einen riesigen Parkplatz gekommen sind, auf dem ausschließlich Taxibusse stehen. Das sind aber wiederum (im Gegensatz zu den normalen, die zwischen Kampala und den Vororten pendeln) ausschließlich auf Überlandfahrten zu den nächsten größeren Städten unterwegs. Deshalb sind diese Busse auch etwas komfortabler ausgestattet - bzw einfach nicht so abgeranzt, wie die üblichen Busse hier. 😅 Nachdem wir dann mit dem Bus die wie immer hoffnungslos verstopften Straßen der Stadt mit ihrer smoggeschwängerte Luft hinter uns gelassen und die (ziemlich gut zu fahrende) Landstraße erreicht hatten, ging es durch die grüne, hügelige Landschaft. Nach gut anderthalb Stunden und gut 70km entfernt waren wir dann am Ziel (https://goo.gl/maps/CTfMGw5yC5r). Dummerweise hat der Bus angehalten, nachdem wir den Äquator überquert hatten. Deshalb konnte ich es nicht richtig zelebrieren. Die berühmte Äquatortaufe ist natürlich auch weggefallen. Das scheint man hier garnicht zu kennen. ,😜
An sich gibt es da nicht viel zu sehen. Eine dicke Linie verläuft quer über die Straße und auf beiden Straßenseiten steht jeweils eine Plastik, wodurch halt der Äquator gekennzeichnet ist. Ansonsten sind am Straßenrand allerlei Souvenierläden und ein Restaurant, direkt an den Markierungen, bietet ein "Experiment" an. Erstmal haben wir natürlich ausgiebig Fotos gemacht, dann eine Kleinigkeit gegessen und dann war das Experiment dran. Es waren drei große Trichter aufgebaut: einer nördlich der Linie, einer auf der Südseite und einer direkt drauf. In alle drei Trichter wurde Wasser gefüllt und zur Veranschaulichung, wie das Wasser in den verschiedenen Trichtern abfließt, wurde eine Blüte darin schwimmen gelassen.
(Wer neugierig ist, was zu sehen war, oder wer Vorschläge hat, kann sich gern an mich wenden! 😜)
Als das Experiment vorüber war, hat mich der Veranstalter in das Restaurant eingeladen, um mich in's Besucherbuch einzutragen - und dabei hat er gleich mal abkassiert: 10.000 Schilling für die Vorführung des Experiments, also gut 2,50€. 😏 Außerdem hat er mich auf den Souvenierstand im Restaurant aufmerksam gemacht, wo ich mir auch tatsächlich gleich ein T-Shirt als Andenken erstanden hab.
Danach war schon alles erledigt, was man dort so machen konnte, weshalb wir uns an den Straßenrand begeben haben, um den nächstbesten Taxibus zurück nach Kampala zum Anhalten zu bewegen. Die Rückfahrt war allerdings um einiges unbequemer als die Hinfahrt. Zum einen war weniger Platz, dann war es mittlerweile auch wieder ziemlich warm geworden. Und aufgrund des Verkehrs hat sich die Fahrt nochmal um einiges in die Länge gezogen. Insgesamt sind wir 7h unterwegs gewesen - wovon wir höchstens eine Stunde am Äquator und den Rest in den Bussen verbracht haben. 😑
Entsprechend fertig war ich dann auch, als wir endlich wieder in der Schule waren (und durstig, weil die Preise für Getränke am Äquator unverschämt hoch waren).
Interessanterweise war es am Äquator spürbar kühler als in Kampala, trotzdem die Frische des Morgens verflogen gewesen sein muss. Meine Hostmutter hat das damit begründet, dass die Gegend einfach nochmal ein Stück höher gelegen ist.
Außerdem ist mir gleich bei der Ankunft am Äquator aufgefallen, dass die Sonne auch dort weiterhin am Mittag im Süden ist. Der Typ vom Experiment hat das mit der Sommer- bzw Wintersonnenwende erklärt. Nur an diesen beiden Tagen sei die Sonne genau über dem Äquator. Keine Ahnung, ob das so stimmt. Aber es erscheint mir dann doch einleuchtend, dass die Sonne zurzeit weiter im Süden hängt, weil auf der Nordhalbkugel ja Winter ist...
Naja, der Tag war jedenfalls sehr eindrucksvoll, wenngleich auch sehr anstrengend und zur Abwechslung mal "kostspieliger" - insgesamt hat mich der Trip knapp 20€ gekostet. 😏
Morgen hab ich dann erstmal noch nix geplant. Da kann ich mich also von der Woche und vor allem von heute erholen! 😉
Samstag, 11. Februar 2017
Tag 32, Sa. 11.02.
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