Samstag, 18. Februar 2017

Tag 39, Sa. 18.02.

Achtung: aus aktuellem Anlass mal wieder ein Roman... 😏
Gestern wurden die letzten Absprachen getroffen, heute bin ich dementsprechend kurz vor 5 in der Früh aufgestanden, um meine sieben Sachen zu packen. Nach einem kurzen Frühstück mussten wir uns dann auch schon auf den Weg in die Stadt machen. Praktischerweise wusste mein Host nicht genau, wann der Bus abfährt... 😅 Von den Kindern hatte ich mich schon gestern verabschiedet. Meine Hostmutter musste heute Morgen auch was in der Stadt erledigen, weshalb sie uns gleich begleitet hat. Auf dem Weg ist die Anspannung nochmal größer geworden. Als der Sohn meines nächsten Hosts uns gefunden hatte, hieß es dann Abschied nehmen. Das haben wir kurz und schmerzlos gemacht. Vorher während der Fahrt haben wir noch gegenseitig beteuert, wie sehr wir einander vermissen werden und wie sehr wir die gemeinsame Zeit genossen haben. 😜
Dann ging es auch schon los, mit dem Sohn und einem Kumpel von ihm in Richtung der Reisebusse. Die dreieinhalbstündige Busfahrt war sogar halbwegs erträglich. Irgendwann sind wir dann in irgendeinem Örtchen ausgestiegen, wo mich mein Host begrüßte. Das Auto war auch in dem Örtchen - aber in der Werkstatt und es war ungewiss, wann es wieder flott sein würde. Mein Host hat dann nach einer halben Stunde Warterei einen Taxibus organisiert und so sind wir dann zu dritt mit meinem ganzen Gepäck (immerhin drei Stücke) in dieser Sardinenbüchse über eine ewiglange, ziemlich gerade Staubpiste gebrettert (mit auffällig wenig Schlaglöchern). Nach weiteren 18km laut meinem Host und insgesamt sechseinhalb Stunden unterwegs sind wir dann endlich bei meiner neuen Unterkunft in Pallisa angekommen, wo mich auch gleich mein eigentlicher Host begrüßt hat (die Neuseeländerin) - der andere Typ, mit dem Sohn, ist irgendwie einer ihrer Direktoren und sie ist die richtige Chefin. Erstmal war ich von Pallisa ziemlich ernüchtert, meinen Host hab ich mir auch völlig anders vorgestellt. Und dann hab ich mir die Unterkunft angeschaut... 😑
Zuallererst gibt es hier seit mehreren Jahren (!) kein fließend Wasser. Die Toilette wird mit einem Eimer Wasser gespült und geduscht wird also die nächsten drei Wochen mit einem Eimer Wasser und einer Tasse - in einer Dusche ohne Beleuchtung! Gut, dass ich jetzt erst diese tolle Laterne erstanden hab! Die wird wohl jetzt während meiner Zeit hier ab und zu zum Einsatz kommen! Als nächstes war der Strom grad mal wieder abgestellt, wobei mir das ja aber schon vorher gesagt wurde - darauf konnte ich mich also bissl seelisch und moralisch vorbereiten. Alles in allem war ich jedenfalls ziemlich down. 😒
Günstigerweise haben wir dann gleich erstmal einen Ausflug zu einem Dorf gemacht - weshalb ich auch so früh da sein sollte! Rauskommen, die (atemberaubende) Landschaft bewundern und was unternehmen war in der Situation genau das richtige und definitiv besser als in der Unterkunft zu sein und mal wieder mit meinem Schicksal zu hadern! 😏
Der Hauptgrund für den Ausflug war, dass wir Equipment zur Wasseraufbereitung in das Dorf gebracht und auch gleich in einem ziiiemlich ausführlichen (3h langen) Vortrag/Vorführung veranstaltet haben - wobei ich bloß als Zuschauer daneben gesessen hab. 😅
Als dieses Programm überstanden war, hat uns einer der Chefs des Dorfes in der Umgebung rumgeführt. Hier in der Landschaft ragen überall riesige Granitbrocken aus dem Boden, die durch Wind und Wetter ziemlich rundgeschliffen sind und teilweise ganz schön skurrile Formationen bilden. Mein Host hat gemeint, dass die Gegend früher mal ein riesiger Vulkankrater war und diese Brocken seien der Kraterrand. Ich hab allerdings keine Ahnung, ob da was dran ist - ich bin kein Geologe. 😏 Auf so einen Brocken sind wir jedenfalls während dieses Spaziergangs auch mal hochgekraxelt, was im Übrigen barfuß am besten funktioniert. 😜 Als wir wieder zurück im Dorf waren, wurden wir noch zum Abendessen eingeladen. Danach haben wir uns wieder auf den Weg in die Unterkunft gemacht. Da mein Host kein eigenes Auto hat, wird das Boda unser Haupttransportmittel sein. So war es auch heute bei diesem Ausflug. Es waren heute wohl pro Strecke gut 30km, die wir in knapp 30min zurückgelegt haben. Da wird man ganz schön durchgepustet, wenn man da hinten drauf sitzt. 😅
Auf dem Rückweg war mittlerweile die Sonne untergegangen und in der Unterkunft angekommen wollte ich Sterne gucken. Das müsste hier theoretisch ganz gut funktionieren, weil Pallisa relativ wenig beleuchtet ist. Heute war es allerdings zu stark bewölkt...
Ich bin jetzt jedenfalls bei meinem dritten Host angekommen und meine Erwartungen wurden wieder enttäuscht. Ich hab den ersten Schock aber soweit verarbeitet, trotzdem ich bissl Zeit brauchen werd, um mich mit dieser neuen Situation zu arrangieren. Aber ich bin nunmal auf meiner großen Reise und dies ist eine Etappe meines Abenteuers - zum Glück aber eben eine zeitlich absehbare! 😜
Wegen der Sache mit dem Strom kann es jedenfalls wirklich gut sein, dass ich jetzt erstmal nicht dazu komme, täglich von mir hören zu lassen... 😏

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