Da der Tag meiner (nächsten) Abreise immer näher rückt, wollte ich heute mal die Planung in Tatsachen verwandeln, nämlich die Tickets für die beiden Teilstrecken buchen. Dafür hatte ich mir ja im Vorfeld schon was im Internet rausgesucht und gestern auch von meinem Nairobi-Host paar Informationen bekommen.
Der Morgen begann erstmal wieder bissl ernüchternd, als ich bis zum Mittag vergeblich auf Frühstück gewartet hab und dann doch wieder selbst zum Chapati-Mann gepilgert bin. 😜 Nach dem etwas verspäteten Frühstück wollte ich mit meinem Host in die Stadt, um beim Busunternehmen vor Ort mein Ticket zu buchen. Deshalb hab ich mich erstmal bei der Schwester meines Hosts über dessen Aufenthaltsort erkundigt. Da der allerdings anderweitig in der Stadt beschäftigt war, meinte er am Telefon, er würde ein Boda und einen Kumpel (der Kenianer, der mit campen war) vorbeischicken, der mich in die Stadt begleitet. So weit, so gut!
Wir sind also erstmal dahin gefahren, wo laut Internet die Busstation meiner Wahl zu finden sei. Da war allerdings nix und sowohl mein Host als auch sein Kumpel hatten im Vorfeld gemeint, sie würden kein Busunternehmen kennen, das auf meine Informationen passt. Ein Anwohner meinte dann noch, dass "mal irgendwann für eine Woche" das besagte Busunternehmen tatsächlich eine Filiale da hatte. Aber da sieht man mal wieder eindrucksvoll, dass Informationen aus dem Internet nicht unbedingt zuverlässig sind. 😏
Daraufhin haben wir also die verbleibenden Busunternehmen abgeklappert, die nachweislich eine Verbindung nach Nairobi unterhalten. Allerdings ist die Abfahrtszeit bei allen gleich: 17:30, wohingegen ich die ganze Zeit mit 8:00 bei dem "fiktiven" Busunternehmen geplant hab!
Da der Bus angeblich ca. 11h unterwegs ist, was inkl. Zwischenstopps auch hinkommen kann, komme ich also erst ca. 4:00 in Nairobi an. Und gesetzt den Fall, dass mein Anschlussbus tatsächlich 8:00 abfährt (wie im Internet angegeben), brauch ich doch überhaupt keine Unterkunft in Nairobi, sondern muss bloß paar Stunden rumkriegen.
Ich hab jetzt jedenfalls zwei Tickets gebucht (für mich und meinen Rucksack 😅) für jeweils 35.000 Schilling, also gut 9€. Das Boda hat mich und den Kumpel dann wieder zurück zu meiner Unterkunft gebracht. Mein Host hatte mir das ja vorbeigeschickt. Jetzt wollte der Fahrer allerdings exorbitant dreiste 6.000 Schilling haben, für die Fahrt in und durch die Stadt und wieder zurück. Als ich die Tickets gebucht hab, hat er mir wahrscheinlich über die Schulter geschaut und gesehen, wie vermögend doch der weiße Kerl ist! Prinzipiell hab ich mich uneinsichtig gezeigt und mich quergestellt, da ja mein Host das Boda geschickt hat - das Stück in die Stadt wär ich auch gelaufen. Im Endeffekt hab ich ihm aber doch wenigstens 2.000 gegeben, damit er Ruhe gibt und was für die Strecke auch eher angemessen war. 😏
Was genau jetzt aber noch mit der zweiten Teilstrecke ist, werd ich morgen noch herausfinden müssen. Diese Buchung kann man online erledigen. Dafür wollte ich aber nicht mein eigenes Datenvolumen strapazieren, sondern das WLAN in der Stamm-Bar nutzen. Da heute allerdings schon den ganzen Tag kein Strom da ist, war dort also auch nix mit WLAN... Auch jetzt sitz ich hier immernoch im Dunkeln und ich hoffe einfach mal, dass der Strom über Nacht wiederkommt. Meine Handys machen es akkutechnisch ansonsten jedenfalls nicht mehr allzu lange. 😑
Freitag, 31. März 2017
Tag 80, Fr. 31.03.
Donnerstag, 30. März 2017
Tag 79, Do. 30.03.
Die Strapazen der vorangegangenen beiden Tage waren ziemlich immens und für mich obendrein ungewohnt. Das hat mir mein Körper ja auch zu verstehen gegeben, indem er mir diese amüsanten Blasen an den Füßen geschickt hat. Heute kam dann auch noch Muskelkater in den Beinen hinzu. 😏
Aber ich hatte schon gestern klargestellt, dass ich mich jetzt schone und nicht, wie von meinem Host geplant, heute gleich zu einer neuen Wanderung aufbrechen kann.
Stattdessen hab ich mich heute mal ausnahmsweise ganz bewusst und freiwillig für's Zuhausebleiben entschieden. Die Zeit hab ich aber auch genutzt, um die finale Planung meines Transports nach Tansania anzugehen. Schon im Vorfeld, bevor ich meine Reise angetreten bin, hab ich mir eine Busverbindung von Mbale nach Nairobi in Kenia und von Nairobi nach Arusha in Tansania gesucht. Dafür hab ich mich auch schon für ein Transitvisum für Kenia beworben, das bis zu 72h gültig ist. Die erste Etappe nach Kenia werd ich am Sonntag antreten. Und am nächsten Tag fährt der nächste Bus weiter nach Arusha.
Für die Übernachtung hatte ich mir im Vorfeld schon bei "Couchsurfing" einen Host organisiert. Dieser Host in Nairobi wird mich nun doch nicht aufnehmen. Da er zu weit außerhalb der Stadt ist, macht es keinen Sinn, zuerst mit meinem ganzen Gepäck dahin zu gurken, nur um am nächsten Morgen schon wieder zurück in die Stadt zu fahren. Stattdessen ist dieser Host aber außerordentlich hilfsbereit und hat mich heute schon mit einigen Informationen, zb zu den Standorten der Busstationen, versorgt. Außerdem schaut er sich für mich nach einer preiswerten Ersatzunterkunft in der Innenstadt um. Grob überschlagen müsste der Transport nach Tansania dann insgesamt nicht mehr als 50€ kosten. Mit der Zusage, sich nach einer Unterkunft für mich umzuschauen, hat sich dann mein Nairobi-Host erstmal verabschiedet, sodass ich die Sache erstmal ruhen lassen konnte.
Um mein Datenvolumen zu schonen, bin ich dann mal zur Abwechslung rüber in die Stamm-Bar gegangen - da gibt's nämlich gratis WLAN. 😜 Keine Ahnung, ob ich das bloß gratis nutzen darf, weil mein Host da mit den Leuten gut bekannt ist. Dann wäre er wenigstens zu etwas gut. 😅
Ansonsten ist der restliche Tag wieder ereignislos vor sich hin geplätschert. Morgen werd ich mal schauen, dass ich schonmal die Fahrt nach Nairobi am Sonntag buche und wie genau das mit dem Transitvisum funktioniert. Dann kann ich meinem Nairobi-Host auch definitiv sagen, wo ich in der Stadt ankomme. 👍
Mittwoch, 29. März 2017
Tag 78, Mi. 29.03.
Als uns gestern der Wind unser frisch aufgeschlagenes Lager durchgepustet hat, kam ich schon ganz schön in's Frieren! Am Lagerfeuer konnte ich mich wieder ganz gut aufwärmen. Die Nacht in Zelt und Schlafsack war dann aber doch wieder ordentlich kalt - und der Boden einiges zu hart! 😣 Ich bin halt weder ein geborener, noch ein geübter Camper. 😅 Jedenfalls bin ich heute Morgen ziemlich gerädert aufgewacht, sicherlich auch bedingt durch die gestrigen Anstrengungen. Normalerweise wach ich hier ja so gegen 9Uhr auf und steh eine halbe Stunde später oder so auf. Nach der Nacht hab ich aber keine großen Anstalten gemacht, noch länger liegen zu bleiben, sondern bin gleich aufgestanden, als ich gegen halb acht aufgewacht bin. 😏
Draußen hab ich erstmal eine ausführliche Foto-Dokumentation durchgeführt. Und dann hieß es warten, auf das Frühstück... Mein Host kennt die Einheimischen da oben und hat von denen schonmal Equipment bekommen, um Tee zu machen. Es fehlte aber noch was zu beißen und Zucker für den Tee! Ein Junge der Leute wurde also losgeschickt, um dies im nächsten Laden zu besorgen.
Ich weiß nicht genau, was bei der Sache schiefgelaufen ist. Jedenfalls war es 13:15, als ich bzw wir endlich frühstücken konnten. 😏
Die Zeit bis dahin hab ich in meinem Zelt gechillt, das heute viel bessere Wetter und die Aussicht genossen und noch paar Fotos gemacht. Das Chillen gestaltete sich jetzt um einiges angenehmer und etholsamer als die Nacht, weil es durch den Sonnenschein wärmer (aber erst später zu warm) war. Und indem ich auf dem Schlafsack gelegen hab und nicht darin, war es auch weicher. 😅Trotzdem war durch die Warterei ja immerhin tatsächlich der halbe Tag verloren gegangen, sodass ich eine Weile ziemlich angefressen war. Solche Besorgungen hätte man ja evtl auch im Vorfeld erledigen können - vorallem weil mein Host diese Tour öfters mit Freiwilligen macht! 😑
Gegen 15Uhr hat mein Host dann jedenfalls damit angefangen, das Mittagessen vorzubereiten - was ziemlich einfach aussah und im Endeffekt auch super geschmeckt hat. Das hab ich meinem Host aber nicht noch unter die Nase gerieben. 😏
Mit Essen machen und verspachteln waren wir zwischen 17:00 und 17:30 fertig, dann noch Zelte abbauen. Und kurz nach halb sechs haben wir uns dann an den Abstieg zurück in die Stadt gemacht. Der Rückweg führte einen anderen Weg entlang, der noch steiler war, aber teilweise in den Fels gehauene Treppen beinhaltete. Mein Host war nicht davon abzubringen, dass es besser ist, auf der einen Route hoch- und auf der heutigen runterzugehen. Ich persönlich hätte es allerdings lieber andersrum gehabt. Jetzt lieg ich jedenfalls mit ordentlichen Rückenschmerzen flach und hab mir beim Abstieg außerdem wiedermal paar Blasen gelaufen, drei mindestens, von der eine schon während des Fußmarsches aufgegangen ist. 😏
Nach gut einer Stunde waren wir dann in den Wohngegenden am Fuß des Berges angekommen, haben uns den restlichen Rückweg zur Unterkunft aber erspart und sind per Boda gefahren. Dadurch waren wir wieder ca. 19Uhr am Ziel.
Am Abend hab ich mir vorhin dann erstmal wieder eine Dusche gegönnt - was nach der Tour definitiv dringend notwendig war. 😜
Mein Host hatte eigentlich vor, morgen gleich nach eine Wanderung (ohne Camping) zu unternehmen. Aber dadurch, dass ich mir jetzt die Blasen gelaufen hab, und ich nicht weiß, wie die geplante Wanderung aussieht, lass ich das lieber bleiben und ruh mich und meine Füße erstmal aus. Außerdem hat mein Host jetzt endlich mal Zeit mit seinem Gast verbracht (mit mir). Dabei hat sich allerdings das eher negative Bild bestätigt, dass mir die letzten Wochen von ihm gezeigt haben.
Die letzten paar Tage, die ich hier in Mbale verbringe, werden also wahrscheinlich wieder bissl sehr ruhig sein. Aber dafür kann ich die Zeit auch nutzen, um meinen Transfer nach Nairobi in Kenia am Sonntag und anschließend nach Arusha in Tansania am Montag zu organisieren. Das wird nämlich wahrscheinlich die bisher größte Herausforderung auf meiner Reise!
Dienstag, 28. März 2017
Tag 77, Di. 28.03.
Heute meld ich mich mal aus meinem Zelt heraus, vom Wanale, quasi dem Hausberg von Mbale. Ja, es ist tatsächlich mal eine Ankündigung eingetroffen und ich hab heute endlich mal wieder was erlebt! 😜
Gestern hatten wir ca. 13Uhr als Zeit für den Abmarsch besprochen. Das war erwartungsgemäß erstmal nix geworden. Mein Host hatte noch irgendwas in der Stadt zu tun und wurde dann von einem Schauer am Zurückkommen gehindert. War also garnicht schlecht, dass wir da noch nicht los sind. Sonst wären wir in eben diesen Schauer gekommen!
Gegen 15:30, als mit zweieinhalb Stunden Verspätung und doch wieder fast so spät wie gestern vorgeschlagen, sind wir dann losmarschiert. Der ganze Tag war schon ziemlich wolkenverhangen und durch den vorangegangenen Regen war es angenehm abgekühlt.
Nach ungefähr einer Stunde, wir waren noch im Stadtgebiet, mussten wir doch nochmal Unterschlupf vor einem erneuten Schauer suchen. Allerdings waren wir schon leicht geduscht, als wir aus dem Regen raus waren. 😏
Nach einer Viertelstunde konnten wir unseren Weg dann wieder fortsetzen. Aus dem richtigen Stadtgebiet raus ging es auch schon recht bald damit los, dass es langsam aber sicher immer steiler wurde. Ein gutes (steiles) Stück haben wir per Boda abgekürzt, aber der richtig lustige Teil, nämlich der eigentliche Berg, kam da ja erst noch! Irgendwann sind wir von der Straße abgebogen und haben uns in's dichte Unterholz geschlagen. Macheten brauchten wir aber nicht, wir sind einfach einem Trampelpfad gefolgt. 😏
Durch den vorangegangenen Regen war der Trampelpfad natürlich entsprechend saftig und selbiges hat dann später auch das Vorankommen am Hang erschwert, wo Steigungen bezwungen werden mussten, die glaub ich locker über 100% lagen. Da ist es nur wenig hilfreich, wenn jeder zweite Schritt wegrutscht. 😑
Einen weiteren Adrenalinstoss gab es dann noch, als die Steilwand, oberhalb derer das Gipfelplateau liegt, überwunden werden musste. Das geschah über mehrere Felsspalten, in die "Leitern" "befestigt" worden sind - ein großes Gewirr von Baumstämmen, das da verkeilt wurde.
Gegen 19Uhr, also nach ca. dreieinhalb Stunden sind wir dann an der Stelle angekommen, wo wir sogleich mit dem Aufbau der Zelte begonnen haben, da die Dunkelheit hier ja ziemlich schnell hereinbricht. Zumindest ich, aber wahrscheinlich auch mein Host und sein Kumpel, der uns begleitet, waren ziemlich fertig, von der Kraxelei teilweise auf allen Vieren im Morast ziemlich verdreckt - vorallem aber glücklich und stolz, dass ich es hier hoch geschafft hab! 😆
Das Abendessen bestand dann zwar nur aus Chapati - nach so einer Strapaze wäre da sicher auch Kapazität für mehr gewesen. Aber spätestens nachdem ich mir Füße und Schuhe im nahegelegenen Flüsschen waschen konnte (das erstaunlicherweise angenehm warm temperiert ist!), und als wir dann gemütlich am Lagerfeuer gesessen haben, war endlich Zeit, sich auszuruhen. Das Feuer war nebenbei bemerkt dringend notwendig! Hier oben weht eine nicht allzu stramme, aber dafür recht konstante kühle Brise! Keine Ahnung, ob ich mich mittlerweile schon so sehr an das Klima hier gewöhnt hab, oder ob das sogar für europäische Verhältnisse kalt wäre... 😅 Mit Sternegucken wurde indes auch nix. Zum einen liegt einem hier Mbale zu Füßen. Die Stadt ist zwar nicht hochtechnisiert, aber doch ziemlich hell. Die Wolken, die uns am Tag noch vor der Hitze bewahrten, waren jetzt aber auch so konsequent, den Blick auf den Sternenhimmel zu versperren...
Morgen werden wir noch bissl das Gipfelplateau erkunden und zB das Frühstück ist bei Einheimischen geplant, die hier oben leben. Hier wird im Übrigen an den unmöglichsten Stellen und Steigungen noch Landwirtschaft betrieben! Es führen außerdem sogar Straßen hier hoch, aber es ging ja nicht nur um's Campen, sondern auch um's Wandern. 😏
So, und jetzt werd ich mal ausprobieren, wie es sich hier so schläft. 😜
(Wer auf den Bildern den Wasserfall sieht, kann erahnen, wo wir unser Lager aufgeschlagen haben - nämlich direkt darüber, Rauschen inklusive! 😋)
Montag, 27. März 2017
Tag 76, Mo. 27.03.
Gestern hab ich mich noch gefragt, was noch alles scheiße laufen kann. Kurz nachdem ich schlafen gegangen bin, kam mein Host zurück in die Unterkunft - und hat erstmal Musik angemacht. Nun ist es so, dass unsere Zimmer direkt nebeneinander sind und die Räume haben unter dem Wellblechdach keine Zwischendecke. Dadurch ist die Schalldämmung natürlich minimal. Da die Musik wenigstens nicht allzu schlecht war, hab ich einfach versucht zu schlafen und ich hab auch fast durchgeschlafen. Dass aber heute Morgen schon wieder bzw immernoch die Musik gelaufen ist, hat mich dann aber doch dezent genervt. Nach meinem Verständnis würde das theoretisch unter Rücksicht oder so fallen, keine Musik laufen zu lassen, wenn Andere schlafen wollen... 😑
Als ich aufgestanden bin, hat mir mein Host erzählt, dass wir heute Nachmittag gegen 15Uhr wandern gehen können, wenn das Wetter mitspielt. Auf der einen Seite war ich natürlich froh, dass ich mal eine Perspektive auf Abwechslung hab. Auf der anderen Seite war es natürlich fraglich, ob so eine Ankündigung jetzt doch mal was taugt! 😏
Die nächste Überraschung erlebte ich dann (oder eben nicht), als ich bis gegen 12Uhr gewartet hab, dass mir mein Frühstück wie gewöhnlich in mein Zimmer gebracht wird - vergeblich. Vllt weil die Damen des Hauses wochentags nicht gewohnt sind, dass ich da bin... Jedenfalls wurden sie scheinbar auch nicht von meinem Host darüber informiert und ich hab nicht in Betracht gezogen, dass das notwendig sei.
Als ich auch draußen im Hof niemanden angetroffen hab, bin ich halt losgezogen und hab mir selbst was zu essen besorgt - Rolex, also Chapati, zusammengerollt mit Ei! 😋 Das war zwar bissl teurer, als hier pro Mahlzeit veranschlagt ist (nämlich ganze 2.000 Schilling!). Aber dafür war es eher nach meinem Geschmack und außerdem mehr, als ich sonst so bekomme. 😜
Die Zeit bis 15Uhr hab ich mir wie gewöhnlich vertrieben, weil mein Host wieder ausgeflogen war. Die Zeit kam ran und verstrich, sodass sich wieder leichte Ernüchterung einstellte. Ungefähr eine Stunde später kam er dann aber doch und hat seine Ankündigung vom Morgen nochmal modifiziert. Es sei nicht nur eine Wanderung, sondern beinhalte auch eine Übernachtung im Zelt. Nun ist das ja prinzipiell eine ziemlich coole Sache. Aber zum einen war ich davon bissl überrumpelt - und außerdem waren zu dem Zeitpunkt noch knapp 3h Tageslicht. Deshalb hab ich vorgeschlagen, das Ganze auf morgen zu verschieben und dafür dann eher loszumachen. Daraufhin ist jetzt also für morgen 13Uhr der Start für eine Campingtour in die Berge angesetzt! 😋
Als der weitere Tag so verging zog dann noch ein ordentliches Gewitter auf. Keine Ahnung, was mein Host heute Morgen meinte, als er die Tour vom Wetter abhängig machte. Jetzt stellte es sich erst recht als vernünftig heraus, verschoben zu haben! 😅
Nachdem ich gestern aufgrund von Wassermangel auf die Dusche verzichten musste, konnte ich das heute auch nachholen, sodass ich für die Campingnacht auch nochmal gerüstet bin. 😜
Gerade hat mein Host schon wieder Musik laufen - diesmal aber zum Glück nicht mehr so laut und ganz annehmbare... 😏
Ich hab heute zwischendurch mal wieder mit meinem zweiten Host geschrieben und ihm meine Situation hier geschildert. Meine Zeit bei ihm und seiner Familie war bisher mit Abstand meine beste Erfahrung - mein jetziger Host hat eher ganz gute Karten auf das andere Ende der Rangliste! Aber auch mein zweiter Host wies nochmal darauf hin, dass es einfach wieder eine neue Erfahrung ist und auch daran werde ich wachsen - Recht hat er!
Sonntag, 26. März 2017
Tag 75, So. 26.03.
Erstmal ein kleiner Nachtrag bzw eine Erläuterung, warum ich den gestrigen Post zu so einer komischen Zeit hochgeladen hab...
Ich weiß nicht, ob seine Schwester gleich gestern Abend mit meinem Host geredet hat. Jedenfalls ist er gegen 22Uhr von der Stamm-Bar rübergekommen und hat mich gefragt, ob ich auch mitkommen möchte. Es seien noch paar andere Freiwillige da, darunter auch Deutsche. Eigentlich wollte ich da grad schlafen gehen. Aber da ich bisher immernoch kaum Kontakt zu anderen Freiwilligen hatte und abends auch noch nicht rausgegangen bin, hab ich recht schnell eingewilligt, um mir das mal anzuschauen. Wie ich feststellte, waren das die Freiwilligen, deren Host ich letzten Sonntag kennengelernt hab. Die Bar (ziemlich laut und dunkel) war zwar nicht unbedingt der beste Ort, um sich kennenzulernen. 😜 Aber zumindest mit einer der Deutschen bin ich bissl in's Gespräch gekommen. Nach einer Stunde oder so ging es dann in der Gruppe weiter in die Innenstadt zu einem Club. Sowohl die Bar als auch der Club können mit deutschen Läden mithalten, find ich. Allerdings hat mich das Ganze mit der Zeit zunehmend genervt. Die Anderen haben miteinander gequatscht, weil sie sich halt schon kennen. Aber ich bin halt größtenteils bloß mitgelaufen. Und später auf der Tanzfläche war es auch nochmal einfach nur nervig, dass es hier scheinbar völlig normal ist, wenn Kerle von anderen Kerlen angetanzt werden! 😵 Gegen 4Uhr waren wir dann endlich wieder in der Unterkunft - nachdem ich meinem Host eine halbe Stunde in den Ohren gelegen hab, dass ich müde bin und zurück in die Unterkunft möchte! Es war jedenfalls nett, endlich mal mit anderen Freiwilligen und noch dazu Deutschen in Kontakt zu kommen. Aber so einen Clubbesuch brauch ich nicht nochmal! 😑 Immerhin wird man hier nicht so schnell arm wie in deutschen Discos! 😅
Heute früh bin ich dann entsprechend später aus den Federn gestiegen. Ansonsten war der Tag allerdings genauso ereignislos wie gestern. Meinen Host hab ich nach dem Aufstehen wieder den ganzen Tag nicht gesehen. Gegen Abend hab ich mal wieder einen kleinen Spaziergang durch die Nachbarschaft gemacht. Ansonsten hab ich mir die Zeit wieder mit Lesen, Musik hören und am Handy vertrieben. Eine letzte Überraschung hat mich dann noch grad eben erreicht, als ich nach Wasser zum Duschen gefragt hab - für heute ist das Wasser alle! Ich frag mich echt, was hier noch alles scheiße laufen kann! 😑 In der Hinsicht ist es sogar ganz praktisch, dass ich die letzten Tage nicht viel gemacht und somit geschwitzt hab, sodass die Dusche noch nicht lebenswichtig ist! 😅
Ich bin auch gespannt, ob mein Host mittlerweile überhaupt einen Plan für meine letzte Woche hier hat und wann ich davon erfahre. Bis jetzt weiß ich jedenfalls noch von nix... 😏
Tag 74, Sa. 25.03.
Die heute angebrochene dritte Woche hier in Mbale hat mein Host zu Beginn meines Aufenthalts als eine "gute Zeit" und "voller Spaß" angekündigt, wo wir eine ganze Menge unternehmen werden. Zumindest der heutige Tag hat davon nichtmal im Ansatz was erahnen lassen! 😏 Vllt hab ich als Freiwilliger und Gast hier ja auch zu hohe bzw die falschen Ansprüche an meinen Host. Zwischen ihm und mir gab es heute, so wie schon die meisten der bisherigen Tage, keinerlei Interaktion - allerdings war ich da ja auch den Großteil des Tages garnicht da.. Nur ein Mal hat er heute Interesse an mir gezeigt. Da hat er seine Schwester geschickt, damit ich ihm schonmal wieder bissl Geld für meinen Aufenthalt hier zukommen lassen kann, sodass er einkaufen gehen kann. 😑
Es klingt vllt komisch, aber ich hab einfach drauf gewartet und hätte mir gewünscht, dass er mir irgendwas zeigt, mich aus der Bude mitnimmt. Ich kenn mich nach wie vor nicht sonderlich aus in der Gegend, um auf eigene Faust was zu unternehmen. Und das Wetter war wieder nicht wirklich einladend für einen Spaziergang - diesmal war es allerdings nicht zu heiß, sondern zu nass! 😅
Im Endeffekt hab ich jedenfalls einen weiteren Tag vertrödelt, im wahrsten Sinne des Wortes abgesessen und mit Lesen, Radio hören und mit dem Handy verbracht. Natürlich hätte ich meinen Host mal auf meine Langeweile ansprechen können, wenn er denn mal da war. Aber eine seltsame Mischung aus Scheu und Stolz hat mich davon irgendwie abgehalten... 😅 Vorhin hab ich wenigstens mal seine Schwester darauf angesprochen - mein Host sei in der Stamm-Bar. Sie hat gemeint, dass sie nochmal mit ihm redet, denn normalerweise lasse er seine Gäste nicht so links liegen. 😏
Ich hoffe einfach, dass das wiedermal ein schlechter Start in diesen Teil meines Aufenthalts war, und dass da tatsächlich noch ein paar gute Tage auf mich warten - die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! 😏
Freitag, 24. März 2017
Tag 73, Fr. 24.03.
Zwei meiner drei Wochen hier in Mbale sind mittlerweile vergangen - rückblickend tatsächlich schneller als gedacht! Mein letzter Tag heute in der Schule indes hielt nicht wirklich neues bereit. Ich hab mich anfangs nochmal erkundigt, ob irgendwas für mich zu tun wäre. Da das aber nicht der Fall zu sein schien, hab ich die meiste Zeit den Fernseher bewacht oder mit dem Personal geplaudert. 😏 Zumindest der kulturelle Austausch in Beobachtungen und Gesprächen ist hier also definitiv nicht zu kurz gekommen! 😅 Als der Unterricht zuende war, hab ich ab und zu wieder ein Auge auf die Kinder geworfen - aber das war auch so ziemlich das einzige, was man als "Arbeit" verbuchen könnte. 😜
Wie im Vorfeld angekündigt, hat jetzt jedenfalls die "Freizeit" bei dieser Station hier begonnen. Mein Host hat gemeint, er möchte mich auf eine Reihe von Ausflügen mitnehmen und mich mit anderen Freiwilligen bekanntmachen. Also mal schauen, was meine restliche Zeit hier in Mbale so bereithält! Prinzipiell kann es nur spannender/aufregender werden! 😅
Donnerstag, 23. März 2017
Tag 72, Do. 23.03.
Nach dem erneuten, ziemlich frustrierenden Versuch gestern, eine Unterrichtseinheit mit den Kindern zu gestalten, hab ich heute nochmal einen Versuch gestartet, mir anderweitig Beschäftigung zu verschaffen. Prinzipiell hätte ich auch nix dagegen, den ganzen Tag auch weiterhin bloß Fernsehen zu schauen - aber dafür bin ich schließlich nicht extra hierher gekommen! Auch wenn meine Hilfe nicht unbedingt gebraucht wird, möchte ich mich doch wenigstens ab und zu bissl nützlich machen!
Zwar war der Vorsitzende am Vormittag wieder nicht in der Schule, dafür hab ich mich aber mal bei einem der Lehrer erkundigt, was denn die anderen Freiwilligen bisher so für Aktivitäten hatten. Natürlich kommt dieser Vorstoß meinerseits mal wieder reichlich spät, weshalb so Sachen wie zB Nachbarschaftsberatung für das restliche Bissl verbleibender Zeit keinen Sinn machen. 😏 Im Endeffekt meinte der Lehrer, der auch sehr eng mit dem Vorsitzenden zusammenarbeitet, dass es Büro- und Computerarbeit gäbe, für die ich mit meinen IT-Kenntnissen durchaus zu haben bin.
Allerdings hat uns an der Stelle die Stromversorgung einen Strich durch die Rechnung gemacht - T.I.A., This Is Africa - Everything is possible! Da legt die öffentliche Stromversorgung schonmal die Verwaltungsabteilung einer ganzen Schule lahm! 😅
Nun war ich aber schonmal mit diesem Lehrer in's Gespräch gekommen und er wurde durch den Stromausfall auch am Wochenende gehindert. Da haben wir dann halt doch wieder den restlichen Tag verquatscht. Immerhin hab ich es aber aus meiner stillen Untätigkeit geschafft, was die letzten Tage schon ziemlich an mir genagt hat! Und in diesen Unterhaltungen mit verschiedenen Leuten kommt immer wieder ein interessanter Austausch von kulturellen Gegebenheiten zustande!
Als der Unterricht vorbei war und wir draußen bei den Kindern gesessen haben,, hab ich dann aber doch teilweise den Erzieher raushängen lassen, indem ich bissl Streit geschlichtet hab und so. 😜
Naja, mal schauen, ob es morgen vllt doch nochmal bissl mehr wird mit dem Nützlichmachen! 😏
Mittwoch, 22. März 2017
Tag 71, Mi. 22.03.
Den Vormittag hab ich heute erstmal wieder vor dem Fernseher verbracht, mit paar wirklich interessanten Dokus! Wenn ich hier schon keine richtige Safari krieg, seh ich dort wenigstens die Wildnis! 😅 Zwar hatte ich mir gestern vorgenommen, den Vorsitzenden auf meine restliche Zeit anzusprechen - aber der war wiedermal nicht zugegen... 😏
Zum Mittagessen sind dann aber die Meisten zusammengekommen. Der Schulleiter hat mich dann darauf angesprochen, dass ich doch mal eine Klasse unterrichten "wollte". Das wollte ich zwar zu keinem Zeitpunkt, seitdem ich hier in dieser Schule bin, und ich hab ihm auch meine Gedanken dazu erläutert - aber Zuhören (und Verstehen) ist hier offenbar sowieso keine hoch geschätzte Eigenschaft! Er hat mich jedenfalls solange belabert, bis ich eingewilligt hab, doch nochmal mit in eine Klasse zu kommen.
Zu Beginn hab ich auch versucht, ganz ungezwungen und fernab jeglichen Lehrplans mit den Kindern in's Gespräch und in Interaktion zu kommen. Nach einer Weile haben sie aber selbst danach verlangt, irgendwelche stumpfen Aufgaben vorgesetzt zu bekommen - funktionieren halt schon ganz gut in ihrem System! 😑
Insgesamt war es also doch eine ziemlich frustrierende Erfahrung. Die Kinder sind ihr System gewohnt, jedes einzelne hat darin seinen Wissensstand und ich hab von beidem einfach nicht den blassesten Schimmer! Allerdings hält sich auch nach wie vor die Motivation meinerseits in Grenzen, so ein System noch näher kennenzulernen, geschweige denn anzuwenden!
Für morgen hab ich also erstmal wieder das gleiche Problem, dass ich auf der Suche nach einer alternativen Beschäftigung bin. Aber immerhin hab ich nochmal ganz konkret die Interaktion mit den Kindern ge- und versucht!
Dienstag, 21. März 2017
Tag 70, Di. 21.03.
Ein weiterer nahezu ereignisloser Tag in der Schule ist in's Land gezogen. So langsam krieg ich das Gefühl, dass ich mich mal zu Wort melden muss! 😏
Morgens bin ich wieder per Boda in die Schule, dort dann Frühstück, bissl TV schauen und mit dem Handy beschäftigen... Das Highlight des Tages ist da immer, dass ich mich abends noch bissl mit der kleinsten Tochter (1 J.) des Bruders meines Hosts beschäftigen kann, wenn wir bei ihm zuhause sind. Nebenbei, vorallem in der Schule, hab ich schon immer überlegt, was man so machen könnte. Ein Freiwilliger aus Japan hat den Kindern zB schonmal japanische Tänze beigebracht. Aber von solchen oder ähnlichen Sachen hab ich weder Ahnung noch die nötige Motivation. 😅
Generell fühl ich mich nicht wirklich wohl bei dem Gedanken, mich aktiv in der Lehrerrolle mit den Kindern auseinanderzusetzen. Ich kenn sie weder mit Namen, noch ihre Mentalität - wobei die überwiegende Mehrheit hyperaktiv und teilweise ziemlich schockierend sozialisiert ist. Außerdem sind sie von ihren anderen Lehrern einen Umgang gewohnt, den ich nicht an den Tag legen kann und will.
Dieses Thema ist also (zumindest für mich persönlich) ziemlich deutlich aus dem Rennen. Aus diesem Grund bin ich allerdings auch so planlos, was ich so mit meiner Zeit in der Schule angefangen soll!
Morgen werd ich jedenfalls wie gesagt nochmal versuchen, das Gespräch mit dem Vorsitzenden zu suchen, um die restlichen paar Tage zu besprechen.
Montag, 20. März 2017
Tag 69, Mo. 20.03.
Eine neue Woche hat angefangen. Diese Woche ist noch geplant, dass ich in der Schule bin. Allerdings war mir schon heute wieder bissl schleierhaft, wozu die mich da eigentlich als "Freiwilligen" brauchen. Gegen halb zehn hab ich mich zur Schule begeben, wieder per Boda, weil der Vorsitzende wieder zu tun hatte. Während des Frühstücks (Chapati! 😍) bin ich allerdings wieder mit dem Schulleiter in's Gespräch gekommen, und das bis 12Uhr! 😅
In den verschiedenen Klassen hab ich schon vergangene Woche ausreichend reingeschaut und das Unterrichtsgeschehen beobachtet. Und weil niemand Unterstützung zu benötigen schien, hab ich mich in's Büro begeben, um mich im Fernsehen weltpolitisch wieder auf den neuesten Stand zu bringen. 😜 Als der Unterricht zuende war, kamen dann nach einer Weile einige Kinder reingestürmt, um Cartoons zu schauen... 😅
Gegen 17Uhr sind wir dann in Richtung Zuhause des Bruders meines Hosts aufgebrochen, seine Töchter hatte er diesmal schon vorher eingesammelt. Und dort ist der Tag wieder gemütlich ausgeklungen. 😏
Sonntag, 19. März 2017
Tag 68, So. 19.03.
Der Plan von gestern für heute sah vor, dass wir um 5Uhr morgens losfahren - aber sind schon Pläne! 😑
Mein Host weiß, dass ich meine Handys über Nacht ausmache, ich folglich keinen Wecker hab und er mich wecken muss. Und da ich in keinster Weise in die Informationsströme involviert bin, hab ich mir auch keine Platte gemacht, als ich gegen 7Uhr von alleine aufgewacht bin. Hätte mich sowieso gewundert, wenn jetzt plötzlich mal ein Plan aufgehen würde! Mein Host sagte mir später, dass die Leute aus Kampala sich immernoch nicht gemeldet hätten und der Ausflug auch für heute ausfällt. Stattdessen bot er an, nächstes Wochenende einen neuen Versuch zu starten. Das hab ich dann aber doch lieber abgelehnt. Die Aussicht, noch ein Wochenende sinnlos mit Warterei zu vergeuden, empfand ich nicht unbedingt als so erstrebenswert. Noch dazu hat mir vergangene Woche ein Bekannter meines Hosts angeboten, dass ich mich dieses Wochenende mit anderen deutschen Freiwilligen treffen könnte. Das hab ich natürlich zugunsten des Ausflugs abgesagt und auf kommendes Wochenende verschoben.
Sollte mir mein Host nicht glaubhaft versichern können, dass ein neuer Anlauf auch wirklich klappt, ist die Sache mit dem Wildpark also abgehakt.
Gut, dass ich noch nicht meinen vollen Anteil am Ausflug bezahlt hatte. Und das, was ich schon an meinen Host gezahlt hab, kann ich ja für meine Unterkunft verrechnen...
Wie dem auch sei, der Ausflug als Aktivität für heute war also vom Tisch. Mein Host hatte allerdings auch keinerlei Alternative, sodass ich fast den ganzen Tag in meinem Zimmer geblieben bin... Ich kenn mich hier in der Gegend immernoch nicht wirklich aus. Und um einfach so auf gut Glück rumzulatschen, dafür ist es tagsüber einfach zu warm! 😑
Gegen 18Uhr hat dann mein Host aber tatsächlich auch mal einen Hauch von Interesse für mich gezeigt, indem er mich auf einen Spaziergang eingeladen hat. Mittlerweile neigte sich die Sonne dem Horizont, sodass es erträglicher geworden war. Es war wieder eine ziemliche Strecke und erst auf dem Weg hat mein Host erzählt, dass er mir einen Kumpel vorstellen möchte, der auch paar Freiwillige hostet (zurzeit drei Deutsche, einen Franzosen und einen Ami). Von denen waren zwar fast alle ausgeflogen, als wir dort ankamen. Aber der Typ scheint ziemlich cool zu sein und er hat mich ermutigt, dass meine verbleibenden zwei Wochen hier in Mbale noch eine richtig gute Zeit werden können und werden! Na, das hab ich ihm gern glauben wollen und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt! 😜 Viel langweiliger und sinnloser kann es jedenfalls kaum noch werden! 😏
Samstag, 18. März 2017
Tag 67, Sa. 18.03.
Für heute war eigentlich der Ausflug in diesen Wildpark geplant - eigentlich, weil es zumindest heute nix geworden ist... 😑 Zuerst hat mein Host heute Morgen gesagt, dass es gegen Mittag losgeht. Da hatte ich schon Panik, weil der Strom über Nacht doch nicht wiedergekommen ist. Er meinte allerdings, dass ich in der benachbarten Bar meine Handys laden könne, die haben dort Generatoren oder so. Gegen 10Uhr nach dem Frühstück bin ich also flinken Fußes dahin und es war tatsächlich kein Problem! 😋
Dort hab ich dann im Endeffekt dreieinhalb Stunden verbracht - natürlich war es "gegen Mittag" nicht losgegangen! Weil ungefähr um 12Uhr der Strom wiedergekommen war, bin ich irgendwann wieder zurück in meine Unterkunft, in meinem Zimmer ist es immerhin gemütlicher. 😏 Mittlerweile stand eine Abfahrtszeit von 14Uhr im Raum, die aber natürlich auch kommentarlos verstrich. Meine Handys waren aber in der Zwischenzeit wenigstens voll geladen - zumindest ein Vorteil an der ganzen Warterei!
Gegen halb fünf machte sich mein Host auf den Weg, die anderen Teilnehmer unseres Ausflugs abzuholen. Die waren nämlich heute Morgen in Kampala losgefahren, hatten allerdings Probleme mit ihrem Fahrzeug und somit der Grund, warum sich unser Start ständig verschob!
Nach zwei weiteren Stunden war mein Host wieder zurück und offenbarte mir, dass wir heute nicht mehr losfahren (können/brauchen). Mittlerweile war es kurz vor 17Uhr - und der Park schließe bereits um 18Uhr! Stattdessen ist jetzt der Plan, morgen gleich früh um 5Uhr loszufahren, damit wir gleich die erste Safari um 7Uhr mitmachen können. Somit entfällt also die Übernachtung im Park, worauf ich mich aber natürlich auch schon gefreut hatte! Am Preis, den ich dafür zu bezahlen hab, ändert sich allerdings nix - das wird nämlich pro 24h abgerechnet... 😑 Den Frust, der sich aufgrund der Entwicklung dieses Tages aufgebaut hatte, hab ich vorhin noch bei einem ausgiebigen Spaziergang durch die Nachbarschaft verarbeitet.
Mittlerweile ist der Strom übrigens schon wieder ausgefallen. Nach 16h im Dunkeln durfte man hier wenigstens 9h lang den Luxus von Elektrizität genießen! 😑
Für den morgigen Ausflug muss ich also wieder darauf hoffen, dass der Strom wiederkommt. Allerdings ist es ja jetzt nur noch ein Tagesausflug, was im Hinblick auf die Akkulaufzeit weniger kritisch sein dürfte!
Freitag, 17. März 2017
Tag 66, Fr. 17.03.
Da der Bruder meines Hosts mir schon gestern Abend Bescheid gesagt hat, dass er heute zu tun hat und mich deshalb nicht abholen kann, bin ich gegen halb zehn wieder per Boda zur Schule gefahren. Mein Quasi-Host war allerdings wirklich beschäftigt und unterwegs. Nach dem Frühstück hatte ich also erstmal eine Weile garkeinen Ansprechpartner, was ich so machen soll. Die Woche haben wir zwar diesen groben Fahrplan gemacht - allerdings war der auf seinem Notebook... 😏
Hab mir also die Zeit mit dem Fernseher vertrieben, der im Büro steht, und mich mal wieder bei den Nachrichtensendern auf den neuesten Stand gebracht. 😜
Gegen 13Uhr war dann schon wieder Mittagessen, während dem der Vorsitzende wieder eingetrudelt kam. Nach dem Essen haben wir also nochmal einen Blick in den Plan geworfen. Danach musste er schon wieder irgendwo hin. Ich hab daraufhin mal bissl in den Akten der Kinder gestöbert. Nun ist es hier ja mit der Technik nicht so, weshalb das meiste in den Akten per Hand geschrieben ist - und da hat es sich teilweise als ziemlich schwierig herausgestellt, einiger Leute Handschrift zu entschlüsseln, noch dazu wenn es (schlechtes) Englisch ist! 😅 Als ich mich durch die Akten gekämpft hatte, bin ich wieder in den Leerlauf und hab ca. zwei Stunden mit dem Handy verbracht und damit, die Kinder wiederum bei ihrem Zeitvertreib zu beobachten. 😏
Als der Vorsitzende wiedergekommen ist, sind wir auch bald darauf in Richtung seines Zuhauses aufgebrochen - diesmal trockenen Fußes, aber natürlich mit den üblichen Abholaktionen. Dem restlichen Abend dort ist allerdings ziemlich schnell der Saft ausgegangen. Gegen 20Uhr ist der Strom scheinbar in der ganzen Stadt ausgefallen (wobei das aufgrund der fehlenden Straßenbeleuchtung nicht wirklich einen großen Unterschied macht), und bisher ist er auch nicht wiedergekommen! Jetzt hoffe ich einfach mal, dass er dass bis morgen früh noch tut, damit ich mit geladenen Handys in mein wildes Wochenende starten kann! 😳
Mein Host stellt sich unterdessen wieder und wieder als ziemlich unzuverlässig heraus. Gestern hatte er schon gesagt, dass er mich bei seinem Bruder abholen würde, heute genauso. Allerdings war er auch heute wieder stattdessen in der Stammbar. Außerdem hat er mir ja diesen Trip in den Wildpark angeboten - allerdings kommt er vllt garnicht mit, weil er stattdessen "was anderes" macht. Aber vllt ändert er seine Meinung ja auch noch!
Irgendwie stell ich mir was anderes darunter vor, jemanden zu hosten. Und bisher hab ich auch deutlich andere Erfahrungen mit meinen bisherigen Hosts gemacht. Mein jetziger Host ist 26, wie ich heute mal erfragt hab, und sein Bruder 34. Den Unterschied merkt man jedenfalls deutlich! 😑
Donnerstag, 16. März 2017
Tag 65, Do. 16.03.
Heute konnte mich der Bruder meines Hosts mal nicht abholen, weil er anderweitig zu tun hatte. Deshalb hab ich mich mal wieder auf ein Boda geschwungen. Für schlappe 1.000 Schilling war ich keine 10min später auch schon an der Schule. Dort hat erstmal Frühstück auf mich gewartet - diesmal allerdings wieder bloß Erdnüsse... 😅
Diesmal standen keine außerschulischen Aktivitäten auf dem Plan. Hab mich deshalb den ganzen Tag in verschiedene Klassenstufen gesetzt und mir den Unterricht dort angeschaut. Langsam aber sicher ist so der Tag ohne besondere Vorkommnisse vorübergegangen. 😏
Kurz bevor wir dann von der Schule aus aufbrechen wollten, hat es sich dann immer mehr zugezogen. Mbale befindet sich ja in der Nähe des Mount Elgon und der Wanale ist ein dazugehöriger Gebirgskamm, in dessen direktem Schatten die Stadt quasi liegt. Bisher war ich noch nicht da oben, vllt wird das ja aber noch was solange ich hier bin! Im Laufe des Nachmittags haben sich jedenfalls immer mehr Wolken über den breiten Gipfel geschoben (oder eher geschabt) und am Ende war er innerhalb einer halben Stunde komplett von Dunst verhüllt! Das hat sich allerdings schon von weitem als ziemlich gewittriger Dunst herausgestellt. Und grad als wir zum Auto gegangen sind, hat es angefangen dicke Tropfen zu regnen. Gestern hatte es schonmal bissl geregnet, was eine willkommene Abwechslung zu meiner ersten Zeit hier in Mbale war. Aber heute handelte es sich dann doch schon eher um einen kleinen Wolkenbruch inkl gewaltiger Blitze über der Stadt, der sich anderthalb Stunden abreagiert hat - währenddessen wir unsere übliche Tour durch die Stadt und zum Bruder meines Hosts nach Hause gemacht haben! 😜
Nun ist ja das durchschnittliche Auto hier ganz gut an die Trockenheit gewöhnt - und entsprechend eingestaubt war auch die Lüftung, die wir gebraucht hätten, um die Scheiben freizupusten! Deshalb mussten wir allerdings darauf verzichten, was die ganze Situation und die Fahrt natürlich nochmal bissl abenteuerlicher gemacht hat! 😅
Und so hab ich zwar wieder nicht arbeitstechnisch allzu viel gemacht. Aber die hiesige Natur hat mir sehr eindrucksvoll eine weitere ihrer Facetten gezeigt! 😊
Tag 64, Mi. 15.03.
Der gestrige Abend war bissl durcheinander. Deshalb hab ich ganz verpeilt, den Blogpost hochzuladen... 😅
Ich war wieder beim Bruder meines Hosts und mein Host hatte vorher gesagt, dass er mich dort abholt - damit ich armer Weißer nicht alleine durch die Nacht muss. 😜 Weil mein Host aber ewig nicht aufgetaucht ist, hat mich sein Bruder dann doch selbst eskortiert. Wie auch immer...
Morgens gegen halb elf hat mich der Bruder meines Hosts wieder abgeholt. In der Schule gab's erstmal Frühstück (Chapati! 😊). Dann stand auf dem Plan, das Elternhaus eines der bedürftigen Kinder der Schule zu besuchen. Wir sind bloß eine gute Viertelstunde gefahren, ein Stück aus der Stadt raus - aber waren schon nach kurzer Zeit auf der üblichen Buckelpiste und im tiefsten Dorf! 😅 Und dann war der Weg auch noch umsonst, weil der Junge ja in der Schule war, die Mutter aber auch nicht zuhause war... 😏 Aber so konnte ich dort wenigstens das Haus sehen, das u.a. auch von europäischen Spendern ermöglicht wurde.
Im Anschluss haben wir einen kurzen Abstecher zum Gericht gemacht. In einer Familie der Schule gibt's einen Fall von Kindesmissbrauch oder Misshandlung - die Mutter hat sich allerdings zuerst an die Schule gewandt anstatt direkt an's Gericht... 😏
Das war es dann an sich auch schon mit den Aktivitäten für heute - bei denen ich bloß mitgelaufen und zugeschaut hab. 😜 Zurück in der Schule gab's schon wieder Mittagessen, danach hab ich mich wieder bissl in einen Unterrichtsblock gesetzt, diesmal in einer anderen Klasse. Der Lehrer hat den Schülern allerdings Aufgaben zur Stillbeschäftigung gegeben, sodass wir bissl gequatscht haben. 😏
Nach der Schule war dann wieder das übliche Programm: Töchter abholen, paar Besorgungen und den Abend wie gesagt bei dem Bruder zuhause verbracht.
Zwar könnten die Tage bissl aktiver für mich sein. Aber dafür bin ich ja noch paar Wochen hier. Außerdem bekomme ich so wieder einen intensiven Einblick in das hiesige Familienleben! 😜
Dienstag, 14. März 2017
Tag 63, Di. 14.03.
Nachdem ich gestern schonmal einen Blick in die Schule werfen konnte, ging es heute (und wahrscheinlich auch noch einige weitere Werktage 😜) wieder dorthin. Gestern hatten wir abgesprochen, dass ich gegen 10Uhr dort bin. Heute Morgen hat mir allerdings mein Host mitgeteilt, dass mich sein Bruder abholt - der kam dann irgendwann eine gute Stunde später... 😅
In der Schule angekommen haben wir erstmal einen groben Fahrplan für die nächsten Tage gemacht, sodass ich einen weiteren Einblick in die Arbeit der Schule gewinne. Im Anschluss an die Mittagspause hab ich dann in der 2. Klasse der Grundschule einem Unterrichtsblock von anderthalb Stunden beigewohnt. Auch diesmal war ich, angesichts der Unterrichtspraxis, ähnlich ernüchtert wie schon in der Schule meines zweiten Hosts - und anderthalb Stunden dabei zugucken war auch nicht gerade spannend. 😏
Nach der Schule hat mich der Vorsitzende wieder mitgenommen. Erst haben wir wieder seine Töchter abgeholt, dann bissl durch die Stadt, paar Besorgungen machen und dann zu ihm nach Hause. Da gab's dann später auch gleich Abendessen.
Insgesamt war es an sich ein unspektakulärer Tag und so eine richtige Struktur seh ich in meiner Funktion als Volunteer hier noch nicht. Aber es ist meistens immerhin recht kurzweilig.
Und bei dem Vorsitzenden zuhause ist noch eine dritte Tochter. Da ist wieder in dem Alter wie die Töchter meiner anderen Hosts - nämlich ein gutes Jahr. Und sowas ist für mich ja natürlich genau das Richtige! 😜
Mal schauen, was genau mich morgen erwartet. Für das kommende Wochenende hat mich mein Host jedenfalls eingeladen, von Samstag früh bis Sonntag Abend mit in einen Wildpark zu kommen. Das bedeutet zwar wieder einen größeren Kostenpunkt. Aber dadurch hab ich wenigstens mal die Chance, "richtige" wilde Tiere zu sehen! 😏 Mehr dazu dann zu gegebener Zeit!
Montag, 13. März 2017
Tag 62, Mo. 13.03.
Gestern hat mir der Bruder meines Hosts schon einiges über ihre Organisation erzählt. Heute ging es für mich auch gleich mal in die zugehörige Nursery & Primary School, also Kindergarten und Grundschule. So richtig "tätig" bin ich aber noch nicht geworden, morgen wird erstmal ein Plan erstellt, wie ich mich wo einbringen kann.
Zunächst bin ich gegen 9Uhr aufgestanden und hab mich soweit fertig gemacht, dann hat mich mein Host auch gleich zu der Schule begleitet. Dazu ging es bei schon ordentlich einheizendem Sonnenschein eine knappe halbe Stunde zu Fuß durch die Randgebiete der Stadt.
Der Bruder meines Hosts ist quasi einer der Vorsitzenden der Organisation und hat sein Büro auch im Schulgebäude. Der hat mich erstmal herumgeführt und in den einzelnen Klassen vorgestellt. Und dann konnte ich mich endlich dem Frühstück widmen - was allerdings lediglich aus Erdnüssen und Tee bestand! 😑 Gegen 10Uhr fing auch offiziell die Frühstückspause an, sodass auch die restlichen Lehrer nach und nach eintrudelten.
Darunter war auch der Leiter der Schule. Ich hatte den Vorsitzenden eigentlich so verstanden, dass der Schulleiter gemeinsam mit mir einen Plan für mich ausarbeitet. Als ich mit dem während der Frühstückspause in's Gespräch gekommen bin, ließ er sich allerdings nicht davon beirren, dass die Pause irgendwann vorbei war. So haben wir also einfach immer weiter geplaudert, hauptsächlich mal wieder über das Thema Religion, bis um 13Uhr die Mittagspause anfing. 😜 Nach dem Ende der einstündigen Pause hat mich der Vorsitzende dann zum "Microfinancing" in einen Slum am Stadtrand mitgenommen. Dort wurden kleine Gruppen von jeweils ca. 25 Personen in's Leben gerufen, deren Mitglieder sich über Monate hinweg Geld ansparen und sich gegenseitig verleihen - eine private Bank quasi. So ganz hab ich die Funktionsweise allerdings noch nicht verstanden, was auch daran liegt, dass die Leute wieder alle nur in der lokalen Sprache geredet haben... 😏 Regelmäßig treffen sich die Leute jedenfalls in ihren Gruppen, um ihre Spar- und Rückzahlungsfortschritte zu dokumentieren.
Nachdem wir binnen gut drei Stunden drei Gruppen abgeklappert hatten, ging es nochmal kurz wieder zurück in die Schule, dann quer durch die Stadt, um seine Töchter von deren Schulen abzuholen und zu guter Letzt haben wir uns in der Stadt noch was zum Abendessen geholt. Für mich war es sowas wie Broiler, aber der Vorsitzende hat darauf bestanden, dass es eine regionale Zubereitung ist! 😏
Nachdem er mich mittlerweile in meiner Unterkunft abgesetzt hat, musste ich jetzt erstmal mein Handy laden. Irgendwann letzte Nacht ist der Strom ausgefallen, sodass meine Handys nicht richtig geladen waren.
Nachher werd ich vllt nochmal in die Bar gehen, wo mein Host jetzt auch schon ist. Die Leute hier sind ja prinzipiell ziemlich fußballverückt. Heute wird in der Bar allerdings ein Spiel übertragen, das ich mir sogar auch mal mit anschauen würde, damit ich nicht bloß in der Unterkunft sitze: Chelsea gegen ManU. 😜
Sonntag, 12. März 2017
Tag 61, So. 12.03.
Der zweite Tag bei meinem neuen Host hat heute nicht wirklich prickelnder angefangen, als der gestrige zu einem großen Teil verlaufen ist. Zu allererst musste ich halbschlafenderweise feststellen, dass sich meine Unterkunft direkt neben einer Kirche befindet - die sehen hier ein ganzes Stück unscheinbarer aus, investieren dafür zum Sonntag aber umso mehr in Sachen Lärmbelästigung, mit ihrem Gesinge und Lobgepreise per Mikrofon! 😤 Zum Glück haben die mit ihrem Spaß erst kurz nach 8Uhr angefangen, halb neun wollte ich sowieso aufstehen. 😅
Trotzdem hier kein Waschbecken zur Verfügung steht, ging die Morgenwäsche mithilfe einer großen Schüssel ganz gut vonstatten. Danach hab ich mich taktisch günstig im Garten postiert und gewartet, dass mein Host vorbeimarschiert. Zu dem Zeitpunkt hatte ich nämlich immernoch keinen Schimmer, wie die Regelung der Mahlzeiten hier eigentlich aussieht. Und hungertechnisch war da definitiv Kapazität für ein Frühstück!
Nach garnicht mal so langer Zeit kam tatsächlich mein Host raus, worauf ich ihn gleich mal wegen Frühstück angesprochen hab. Da hat er mich erstmal ganz selbstverständlich zu einem kleinen Restaurant in der Nähe geführt, wo ich mir doch etwas kaufen könnte... 😑 Das hab ich dann natürlich auch gemacht, da in der Unterkunft offenbar kein Frühstück für mich eingeplant war. Aus zwei Chapati und einer Tasse Milch bestand dann mein Start in den Tag.
Zurück in der Unterkunft saß mein Host im Garten, worauf ich mich einfach mal dazugesetzt hab - vllt geht ja mal ganz spontan was los... Nach einer halben Stunde oder so hat er gemeint, dass sein Bruder wegen des Meetings gegen 11Uhr kommen würde, also in einer weiteren halben Stunde. Die war wartenderweise allerdings schnell verstrichen, ohne dass der Bruder auftauchte. Gegen 12Uhr war es dann ungefähr, dass ich keinen Bock mehr hatte, sinnlos im Garten zu sitzen - und bin in mein Zimmer gegangen, um dort sinnlos rumzuliegen. Die darauffolgenden ansonsten ereignislosen dreieinhalb Stunden hab ich allerdings dafür genutzt, meinen Rückflug nach Deutschland endlich schonmal zu buchen. Ein Blick in meine entsprechende App verriet mir nämlich, dass die Preise schon wieder anfingen, verdächtig zu steigen - und die waren so schon doppelt so teuer wie der Hinflug, obwohl es bis auf den Abflugort so ziemlich die gleiche Verbindung ist! Keine Ahnung, ob das ein absichtliches Hindernis sein soll, damit sich nicht soviele Einheimische ein Ticket nach Deutschland leisten können?! 😏
Ich komme jetzt jedenfalls laut Plan am 21.04. um 07:45 in Dresden an. Dann war ich nämlich genau 100 Tage in Afrika! 😜 Das endlich unter Dach und Fach zu haben, hat mir natürlich einen ordentlichen Stimmungsschub der positiven Art verpasst!
Als ich mit der Buchung fertig war, hat mir dann mein Host passenderweise mitgeteilt, dass das lange angekündigte Meeting endlich losgehen kann! Da er selbst allerdings erstmal wieder in's Krankenhaus musste, wegen seiner noch andauernden Behandlung, hat mich seine Schwester zu seinem Bruder begleitet. Obwohl dieser Bruder im Bezug auf das Zustandekommen dieses Meetings so unzuverlässig erschien, weil er einfach nie gekommen ist, präsentierte er sich nun als sehr offen, verständnisvoll und kompetent. Er hat mir erstmal ziemlich ausführlich von seiner Organisation erzählt, in die halt auch sein Bruder/mein Host involviert ist, die unter Mithilfe aus Norwegen entstanden ist und bei der ich während meiner Zeit hier auch mitarbeiten werde. Da er sich, genauso wie mein Host, als ein Ansprechpartner präsentiert hat, hab ich ihm im Anschluss erstmal geschildert, wie der gestrige Tag verlaufen ist und inwiefern da noch Wünsche und Unklarheiten meinerseits bestehen.
Mittlerweile war mein Host im Krankenhaus fertig, sodass wir ihn aufgegabelt und das Gespräch zu dritt fortgesetzt haben. Die 3$/Tag, die im Vorfeld als Gebühr für mich ausgewiesen wurden, beinhalten zB lediglich die Unterkunft und anfallende "Nebenkosten" - aber keinerlei Verpflegung! Da ich aber im Vorfeld überhaupt keine Kenntnis darüber hatte, welche Kosten dadurch entstehen würden, haben wir uns jetzt darauf geeinigt, dass ich eine etwas höhere Gebühr pro Tag zahle und dafür in der Unterkunft auch an den Hauptmahlzeiten teilhaben kann. Ansonsten werd ich bei Gelegenheit nochmal eine ausführlichere Präsentation des Hauses - und vorallem der anderen Leute bekommen.
Morgen werd ich mir jedenfalls erstmal die Schule der Organisation anschauen, die einen wichtigen Bestandteil der Organisation darstellt.
Im Anschluss an das Gespräch sind wir dann zu diesem Bruder nach Hause gegangen, wo wir später auch Abendessen bekommen haben. Gegen 22Uhr waren wir wieder in der Unterkunft, wo ich dann mal die "Dusche" ausprobiert hab - eine kleine geflieste Kammer mit einem Loch im Boden. Geduscht wird hier natürlich wieder mit Becken und Becher und zumindest heute wiedermal kalt. 😏
Insgesamt, auch im Hinblick auf unser Gespräch, kann ich es hier allerdings für die Zeit meines Aufenthalts doch aushalten, glaub ich. Ich werd also doch nicht auf die Notlösung mit dem Hotel zurückgreifen müssen!
Samstag, 11. März 2017
Tag 60, Sa. 11.03.
Jetzt bin ich schon seit genau zwei Monaten in Afrika! Oder erst?! Mir kommt es wie eine halbe Ewigkeit vor... 😳
Heute ging es aber jedenfalls zu meinem nächsten Host in Mbale (--> Link). Der Transport hat auch wunderbar geklappt. Die Fahrt war bloß etwas sehr holprig, was mir zwischendurch auch bissl auf den Magen geschlagen ist. Zum einen hatte der Fahrer einen recht ambitionierten Fahrstil, was allerdings nicht unbedingt mit dem Zustand der Straße zu vereinbaren war. Und außerdem war ich wiedermal dezent nervös/angespannt/... was auch immer - so wie vor jedem Hostwechsel.
Der Morgen war ganz entspannt verlaufen. Nach dem Frühstück hab ich meine sieben Sachen zusammengepackt, noch paar Fotos der Anlage gemacht und mich von der Ziege verabschiedet. 😜
Und relativ pünktlich gegen 12 stand dann auch unser Auto vor der Tür, sodass der Abschied von meinem dritten Host fällig war. Ihr Assistent hat mich nach Mbale begleitet, weil er auch selbst was zu erledigen hatte. Nach gut anderthalb Stunden Fahrt sind wir dann bei meinem neuen Host angekommen. Da war allerdings das erste Treffen mit ihm ein klassischer Fehlstart. Er hat mir zwar die Hand gegeben und mitgeholfen, mein Gepäck in meine neue Unterkunft zu bringen. Danach haben wir allerdings erstmal eine ganze Weile im Garten gesessen, zu dritt - unser Fahrer, der Assistent und ich! Auch der erste Eindruck der Unterkunft war erstmal ernüchternd weil wieder sehr spartanisch.
Erst musste auch hier an der Zimmertür gewerkelt werden, damit ich sie überhaupt schließen kann. Und auch hier gibt's kein fließend Wasser, Duschen wird also wieder mit Eimer und Becher oder so vonstatten gehen müssen.
Unser Fahrer kennt sich wie gesagt gut aus in der Stadt. Wir sind dann also Mal zu einem nahegelegenen Hotel gegangen. Falls ich mich nicht mit der Unterkunft bei meinem Host anfreunden sollte, hab ich dort jedenfalls eine Ausweichmöglichkeit - allerdings natürlich nicht gratis, das wären gut 5€/ÜN. Bei meinem Host sind theoretisch 3$/Tag veranschlagt - allerdings hab ich keinen Schimmer, was ich zur Verfügung gestellt bekomme und wofür ich noch zuzahlen müsste... 😑
Ich werd der Unterkunft meines Hosts auf jeden Fall erstmal eine Chance geben und ein, zwei Nächte hier ausprobieren, bevor ich mich diesbezüglich entscheide.
Mein Host hat dann irgendwann mal angekündigt, dass gegen 18Uhr ein kleines Meeting sein soll. Das hieß also knapp 3h freie Zeit bis dahin. Wir sind also erst nochmal in die Stadt, wo der Assistent seinen Kram erledigt hat, und unser Fahrer hat mir noch ein paar wichtige Adressen gezeigt: Polizei, Banken, die Bushaltestelle für meine Fahrt nach Nairobi und ein großes Einkaufszentrum. Da gibt's in der Tat allerhand, zB sogar Nutella! 350g allerdings für knapp 4€ - da werd ich also doch lieber verzichten, bis ich wieder in Deutschland bin! 😅
Zurück in der Unterkunft hieß es dann auch vom Assistenten Abschied nehmen! Da musste ich mir dann auch wirklich mal paar Tränchen verkneifen, weil er mit mir schon in den vergangenen Wochen viel unterwegs war und mich auch heute nochmal begleitet hat - aber ich glaub, ihn hat der Abschied auch nicht ganz kalt gelassen! 😉 Seitdem bin ich jetzt also wieder alleine in dieser neuen Situation und Umgebung.
Mit meinem Host hab ich dann nochmal bissl plaudern können, da hat er sich erstmal erklärt. Er ist zurzeit gesundheitlich noch nicht wieder ganz auf der Höhe. Er hat nämlich mal beim Wandern verunreinigtes Wasser getrunken und davon Typhus bekommen, weswegen er jetzt in Behandlung ist und heute am Tag ziemlich fertig war. Jetzt gegen Abend sei es ihm aber wieder besser gegangen, weshalb er mich auf einen Spaziergang durch die Stadt eingeladen hat. Im Endeffekt waren wir zwei Stunden um die halbe Stadt unterwegs, wobei ich mir in meinen Flipflops natürlich erstmal wieder eine Blase gelaufen hab! 😏
Nachdem ich die zurück in der Unterkunft erstmal mit klarem Wasser und Desinfektionsgel (keine schmerzarme Variante) versorgt und das Schuhwerk auf Sandalen umgestellt hatte, sind wir dann noch in eine benachbarte Bar gegangen. Da gibt's (endlich mal) gratis WLAN und da hab ich zum Abendessen eine ordentliche Portion Nudeln in der Richtung Bolognese für einen annehmbaren Preis gekriegt! 😜
Das angekündigte Meeting war natürlich nicht zustande gekommen. Mein Host hat die ganze Zeit vergeblich versucht, seinen Bruder zu erreichen, der wohl auch bei dem Meeting hätte dabei sein sollen... Morgen wird das hoffentlich nachgeholt, um sich endlich nochmal ordentlich vorzustellen und vor allem die nächste Zeit hier und die Konditionen meines Aufenthalts zu besprechen. Denn noch hab ich wie gesagt nicht wirklich eine Ahnung, wofür genau ich die 3$/Tag zahlen soll! 😑
Auf dem Bild sind im Hintergrund die Umrisse eines Berges zu sehen. Das ist allerdings nicht Mount Elgon (--> Link), von dem man vllt schonmal was gehört hat - der ist mit viel Fantasie aber im linken Bildteil zu erahnen! 😅
Freitag, 10. März 2017
Tag 59, Fr. 10.03.
Mein letzter Tag bei diesem Host hier war heute auch nochmal ereignisreicher als der Durchschnitt meines Aufenthalts hier. Nach dem Frühstück hab ich nochmal Wäsche gewaschen - ich weiß ja nicht, wann ich das nächste Mal dazu komme! Und da die Haushälterin heute nicht da war, musste ich mir anderweitig Unterstützung suchen. Gemeinsam mit dem Assistenten meines Hosts hab ich dann sogar einen Großteil des Waschvorgangs selbst gemacht! Er hat mir mit dem ersten Waschgang allerdings nochmal gezeigt, wie es so funktioniert. Beim nächsten Mal wetd ich aber wahrscheinlich trotzdem wieder planlos sein... 😅
Den Mittag haben wir damit verbracht, meinen Transport nach Mbale morgen zu arrangieren. In Pallisa gibt's einige Leute, die man mit ihren Autos mieten kann. Nachdem uns ein Wagen für 150.000 Schilling (knapp 40€) angeboten wurde, haben wir an anderer Stelle jemanden gefunden, der mich für 100.000 Schilling (gut 26€) nach Mbale bringt! Morgen wird der mich gegen 12Uhr mittags abholen.
Am Nachmittag hat mich der Assistent dann dazu eingeladen, mit zu einer Beerdigung zu kommen - das läuft hier ja immerhin bissl anders ab, als in unserem Kulturkreis. Das fängt schon damit an, dass es quasi eine öffentliche Veranstaltung ist, zu der jeder Interessierte erscheinen kann und es gibt auch keinen Dresscode oder sowas. Bei der Verstorbenen handelte es sich um eine Lehrerin des Assistenten, also niemand, der mir irgendwie persönlich was bedeuten würde.
Kurze Zeit später haben wir uns per Boda in das entsprechende Dorf begeben, waren allerdings etwas spät dran, sodass die Grabrede schon fast zuende war. Es waren tatsächlich zig Menschen anwesend, die unter einigen Pavillons untergebracht waren. Im Anschluss an die Rede ging es mit dem Sarg nach nebenan. Mitten im Dorf einfach auf der Wiese war eine Grube ausgehoben und mit Zement ausgekleidet. In diesen Bunker wurde der Sarg eingelassen, die ganze Zeit begleitet von Gesängen und Geschluchze aus der Menge heraus. Auf den Sarg kamen dann ein paar Bretter, ein großes Stück Wellblech und ein großes Metallgitter. Und das Ganze wurde dann noch mit Zement versiegelt. So eine Beerdigung ist hier also definitiv eine handfeste, wenn auch sehr emotionale Angelegenheit!
Im Anschluss an die Beisetzung war dann der Leichenschmaus, währenddessen wir uns mit paar Kollegen der Verstorbenen unterhalten haben. Lustigerweise ist auch hier sehr schnell aufgefallen, wie gläubig die Bevölkerung hier ist - und wie sehr das im Kontrast zu meinen eigenen Ansichten steht. Binnen kürzester Zeit fiel das Gesprächsthema nämlich genau darauf! 😜
Nach einer halben Stunde oder so haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht und in der Unterkunft angekommen sind auch schon bald die Jugendlichen aus der Schule wiedergekommen.
Heute zu meinem letzten Tag hier haben wir dann auch gleich noch paar Erinnerungsfotos gemacht.
Gegen Abend bin ich dann auch immer mal wieder bissl sentimental geworden, bzw nachdenklich. Das liegt nicht unbedingt daran, dass mein Aufenthalt hier vllt so toll war - obwohl vieler interessanter Ausflüge war es eher die bisher größte Herausforderung für mich! Aber so wie vor jedem Hostwechsel weiß ich auch jetzt nicht wirklich, was mich bei meiner nächsten Station erwartet und vllt werd ich ja sogar die Zustände vermissen, die ich hier vorgefunden hab!
Wie dem auch sei, morgen hab ich Gewissheit, wo ich die nächsten drei Wochen mein Lager aufschlage. Ich hab auch schon mit meinem zweiten Host geschrieben. Sollte mein Aufenthalt in Mbale nicht wie geplant verlaufen, bin ich dort jederzeit wieder willkommen! 😉
Mir ist nebenbei noch aufgefallen, dass ich noch garnicht gezeigt hab, wo sich meine Noch-Unterkunft befindet, wo ich mich die letzten drei Wochen aufgehalten hab - hier nämlich: --> Link!
Donnerstag, 9. März 2017
Tag 58, Do. 09.03.
Gestern Abend, kurz vor dem Schlafengehen wurde ich noch darüber informiert, dass ich um 5:30 aufstehen muss bzw abmarschbereit sein soll. Donnerstags begibt sich mein Host normalerweise in ihren Garten bei Kumi. Heute musste sie aber nach Jinja, wegen ihrem Visum. Deshalb bin ich heute gemeinsam mit ihrem Assistenten gefahren, damit der Garten, der größtenteils nach wie vor einfach nur brachliegt, langsam in die Gänge kommt! Als ich vor zwei Wochen schonmal mitgekommen bin, hab ich mit einer einstündigen Fahrt auf dem Boda Bekanntschaft machen dürfen. Diesmal hab ich die Tour aber zum Glück besser überstanden. 😜 Früh aufstehen wird zwar wohl nie meine Stärke sein. Während der Fahrt die Sonne aufgehen zu sehen, hatte allerdings auch was! 😋
Vor zwei Wochen hatten wir auch vorgehabt, zu früher Stunde im Garten anzufangen, wenn die Sonne noch nicht so brennt. Da hatte sich das Ganze ja verzögert, heute aber zum Glück nicht, sodass wir gegen 8Uhr auf dem Acker waren. Insgesamt wurde im Endeffekt auch einiges geschafft, nur kam ich mir in der Anfangsphase ziemlich überflüssig vor. Zum einen waren genügend Leute zum mit Anpacken vor Ort und das sind quasi geborene Bauern - im Gegensatz zu mir! Deshalb bin ich auch recht planlos mitgelaufen, während einige den Acker vorbereitet haben. Zum anderen wurde vor allem in dieser Phase, so die ersten 4h insgesamt ungefähr 15min Englisch geredet, sodass ich auch konversationstechnisch außen vor war. Irgendwann hab ich mich einfach in den Schatten an den Rand gesetzt. Nur sehr vereinzelt hab ich eine freie Stelle gesehen, wo ich mich auch mit einklinken konnte. Das ist mir dann mit der Zeit auch ziemlich auf's Gemüt geschlagen... 😑 Das Ganze hat sich dann bis zur Mittagszeit hingezogen.
Nach einer Imbisspause bei befreundeten Nachbarn, während der ich bissl Gedanken sortiert hab, ging es zurück zum Garten. Dort waren in der Zwischenzeit noch irgendwelche anderen Bekannten eingetroffen und insgesamt wurde dann auch gnädigerweise mehr Englisch gesprochen. Es geht dabei ja garnicht unbedingt nur darum, dass mich auch interessiert, was für Abläufe besprochen werden. Aber auch so entgeht mir ja jegliche Gelegenheit, in irgendeinen Smalltalk einzusteigen... Vorher hatte noch zusätzlich die aufkommende Hitze erst recht jegliche Motivation getötet. Aber nach dieser Pause bin ich doch wieder ganz gut auf die Beine gekommen. Unter den Neuankömmlingen im Garten waren auch paar Kinder aus der Nachbarschaft, die auch schon bissl mit angepackt haben. Wenn aber grad alle Posten vergeben haben, wurde der Zeitvertreib dadurch auch bissl interessanter! 😜 Gegen 16Uhr waren wir dann endlich mal fertig, wobei einige noch weitermachen wollten - aber eine ziemlich dunkle Regenfront war dann doch ein gutes Argument für Feierabend! Auf dem Weg vom Garten hatte ich noch meine nächste Wildtiersichtung: quer über den Weg ist ein kleines Chamäleon spaziert - natürlich im obligatorischen Wackelschritt! 😅 Nach dem ziemlich verspäteten Mittagessen bei den Nachbarn haben wir uns wieder auf den Rückweg nach Pallisa gemacht - und waren nach insgesamt ungefähr 11h wieder in der Unterkunft!
Die besagte Regenfront hatte uns ganz unauffällig verfolgt und keine halbe Stunde nach unserer Ankunft, kurz vor Sonnenuntergang, hat ein Gewitter losgelegt, wie ich es auch hier noch nicht erlebt hab. Selbstverständlich war in meinem Zimmer wieder bissl Land unter und musste mich erstmal darum kümmern. Dadurch hab ich die allermeiste Action draußen verpasst - dabei bin ich doch so ein Gewitterfan... Paradoxerweise ist dann noch mitten während des Gewitters der Strom wiedergekommen! 😅
So ist dann auch mein vorletzter voller Tag bei diesem Host zuende gegangen, der doch nochmal ziemlich abwechslungsreich war - bezogen auf die Aktivität als auch in emotionaler Hinsicht! 😜
Mittwoch, 8. März 2017
Tag 57, Mi. 08.03.
Ein weiterer Tag ist vergangen, den ich größtenteils mit Lesen und am Handy verbracht hab, um mir die Zeit zu vertreiben. Aus gegebenem Anlass lese ich hier jedenfalls definitiv um ein Vielfaches mehr als üblich für meine Verhältnisse... 😅
Der heutige Weltfrauentag ist hier in Uganda sogar ein offizieller Feiertag, sodass auch die Jugendlichen den ganzen Tag zuhause waren. Meine Interaktion mit ihnen beschränkt sich jedoch nach wie vor auf ein Minimum. Zum einen hab ich oft Probleme sie zu verstehen, weil Englisch für sie alle nunmal auch bloß eine Fremdsprache ist - und das zum Teil noch nicht lange. Zum einen befindet sich Kampala nämlich im "Königreich Buganda", wo halt Luganda gesprochen wird. Pallisa befindet sich allerdings außerdem dieses Gebiets und wird vorallem von zwei Stämmen bewohnt: den Iteso und den Bugueri (wie auch immer man das schreibt 😉). Jedenfalls aufgrund dieser Sprachbarriere haben die Jugendlichen und ich nicht wirklich viel miteinander zu tun, was über den alltäglichen Umgang miteinander hinausgeht.
Der Tag hatte aber trotz der sonstigen Langeweile ein paar Höhepunkte zu bieten. Zuerst war ich irgendwann gegen Mittag im Garten, als ich irgendwas in's Gras hab plumpsen hören. Als ich nachgeschaut hab, war da ein kleine aber ziemlich hübsche bläulich-grüne Schlange, vllt fingerdick und einen guten halben Meter lang (aber ich bin recht schlecht im schätzen). Einer der Jugendlichen hat gesehen, dass ich was beobachte und ist näher gekommen. Auf meine Frage, ob er weiß, was für eine Schlangenart das ist, meinte er, sie sei sehr gefährlich und es gebe keine Medizin gegen den Biss! Daraufhin ist er auch schon losgestürzt, um einen Stock zum erschlagen zu holen. Mein Host kam auch raus und meinte, die Schlange sei eine Grüne Mamba und noch gefährlicher als die Schwarze Mamba! In der Zwischenzeit war die Schlange zuerst ein Stück auf dem Boden die Mauer entlang gekrochen, die das Grundstück umgibt. An einer Stelle ist sie dann ganz geschickt die Mauer emporgeklettert und oben dann auf den Ast eines Baumes verschwunden. Da ist auch ihr eigentlicher Lebensraum, wie die nachfolgende Internetrecherche ergeben hat. Ich denke mal, dass es sich bei der Schlange um eine junge Gewöhnliche Mamba handelte, die tatsächlich auch für den Menschen ziemlich gefährlich sein kann (-> Link)... Somit hab ich jetzt endlich mal mein erstes gefährliches Wildtier hier in Afrika gesehen! 😜
Was sonst noch erwähnenswert ist, war die Zeit kurz nach Sonnenuntergang. Hier sind auch tagsüber oft größere Schwärme von Fledermäusen unterwegs. Heute hab ich mich mal nach Sonnenuntergang in den Garten gesetzt. Denn da werden sie auch flächendeckend aktiv und machen dabei mit ihren Schreien einen solchen Lärm, den ich mit manchem extensiven Grillenzirpen vergleichen würde. Da es heute außerdem wieder wolkenlos war, hat der Mond dieses Schauspiel noch schön beleuchtet. Die Fledermäuse sind dabei aber nicht nur in (grob) geschätzt 20m Höhe geflogen, sondern auch in 1-2m durch den Garten! Und so ist mir einmal auch eine Fledermaus ganz knapp am Kopf vorbeigeschossen, während ich den Kopf gedreht hab - also wirklich nur wenige Zentimeter! Und dabei handelte es sich um einen Körper von vllt anderthalbfacher Faustgröße! Der Brummer hatte es sicher auf eine fette Mücke abgesehen, die sich wiederum grad auf mich stürzen wollte. 😏
Und so hatte also ein an sich absolut stinklangweiliger Tag für mich persönlich gleich zwei tierisch coole Höhepunkte! 😋
Dienstag, 7. März 2017
Tag 56, Di. 07.03.
Dienstags steht ja jede Woche das städtische Krankenhaus auf dem Plan, wo wir für ein paar Stunden bei der Aufnahme der Patienten helfen. Das musste heute aber erstmal warten, weil mein Host eine Reihe Telefonate zu erledigen hatte. Da sie keine ugandische Staatsangehörigkeit hat, muss sie sich regelmäßig um ein neues Visum kümmern. Im Gegensatz zu mir, der ich bloß eins für drei Monate hab, holt sie sich aber in nächster Zeit ein neues, das für drei Jahre gültig ist. Das kostet allerdings auch entsprechend mehr. Deshalb hat sie unter anderem nochmal den Preis erfragt und ist danach zur Bank geflitzt. Danach hatte sie noch mit ihrem Handy zu kämpfen, wobei ich ihr noch weitergeholfen hab und dann ging es auch schon ab zum Krankenhaus - mit anderthalb Stunden Verspätung. Naja, man muss halt Prioritäten setzen... 😏
Die Arbeit im Krankenhaus war mittlerweile Business as usual. Danach war dann auch schon wieder Feierabend für heute. Wieder in der Unterkunft angekommen haben mein Host und ich uns eine ganze Weile unterhalten. Das Verhältnis zu ihr hat sich mittlerweile wieder weitgehend normalisiert, nach diesem einen Diskussions-Ereignis, das mir persönlich ziemlich stark aufgestoßen war - aber ich mach nach wie vor einen weiten Bogen darum, mit ihr auch nur ansatzweise über Religion in's Gespräch zu kommen! 😑
Das Happening des Abends war dann mal wieder ein Gewitterchen. Das war diesmal aber wohl das stärkste seitdem ich hier in Unganda bin! Es hat zwar nur eine gute Stunde angehalten, aber nachdem es die letzten paar Tage garnicht geregnet hat, sind in der Zeit wahre Sturzbäche runtergekommen - unter anderem auch wieder in mein Zimmer... 😅
Ansonsten haben wir heute schon den ganzen Tag mal wieder keinen Strom, sodass ich diese Nacht mal wieder auf die häusliche Solaranlage zurückgreifen muss. Mal schauen, wielang wir in der Hinsicht diesmal auf dem trockenen sitzen... 😏
Montag, 6. März 2017
Tag 55, Mo. 06.03.
Vor ein paar Tagen kamen Leute von einer anderen Organisation und haben meinen Host darauf angesprochen, ihre beiden Projekte zusammenzuschließen oder zumindest miteinander zu kooperieren. Da so eine Entscheidung ja schon relativ weitreichend ist, wurde heute eine Versammlung aller Ratsmitglieder beider Organisationen einberufen, um darüber zu beraten.
Das war allerdings streng vertraulich und deshalb eine geschlossene Sitzung - ich hatte also wiedermal nix zu tun. 😑 Mein Host hatte mir das gestern Abend schon mitgeteilt und vorgeschlagen, ich könnte ja alleine bissl durch die Stadt schlendern. Heute Morgen bin ich ungefähr um 10Uhr aus'm Bett gekrochen und bin dann sowieso schonmal bissl unterwegs gewesen - es war nämlich nicht wirklich mehr was zum frühstücken da. 😏 Hab also besorgt, was mir mein Host aufgetragen hat. Und beim nächsten Chapati-Stand hab ich mir dann mein Frühstück für heute geholt - ist definitiv besser als Weißbrot mit Butter! 😅
Ich war insgesamt bloß eine gute halbe Stunde unterwegs - aber ich hatte schon wieder genug von der Hitze... Ab 9Uhr ungefähr fängt die Sonne schon immer an zu brennen!
Nach dem etwas verspäteten Frühstück hab ich mich deshalb lieber wieder in mein Zimmer verkrümelt. Die Veranda war nämlich wegen der Versammlung quasi gesperrt... Zum Glück war wenigstens Strom da, sodass ich mich mit dem Handy beschäftigen konnte. Nach dem Mittagessen hab ich auch mal gelesen, die Ziege im Garten bissl Gassi geführt... Und so ist ein weiterer Tag vor sich hingeplätschert. 😪
Mittlerweile würde sich ja so langsam mal anbieten, den nächsten Host zu kontaktieren. Kommenden Samstag geht es schließlich laut Plan weiter zur nächsten Station nach Mbale. Bei WhatsApp ist er allerdings nicht erreichbar, meine Nachrichten kommen nichtmal an. Vllt werd ich meinen Aufenthalt hier in Pallisa noch bissl verlängern müssen. Aber davon will ich jetzt mal noch nicht ausgehen! 😅
Sonntag, 5. März 2017
Tag 54, So. 05.03.
Gestern hat mich ein Bekannter meines Hosts eingeladen, der wollte mir sein "Projekt" zeigen.
Ich dachte, er ist bei irgendwas sozialem oder so in der Stadt involviert. Deshalb haben wir uns einfach mal verabredet, dass er mich heute um 13Uhr abholt. Wie ich dann aber feststellen musste, meinte der Typ mit diesem "Projekt" sein Grundstück und was er damit alles machen will - und er wohnt im tiefsten Dorf! Dass er sich gerne reden hört und profiliert hab ich auch erst herausgefunden, als wir da waren... 😏
An sich wäre das alles garnicht so wild gewesen. Ich bin ja ein aufgeschlossener und durchaus geduldiger Typ. Aber heute hatte auch meine Lieblingsnichte Geburtstag und da wollte ich mich natürlich mal aus der Ferne melden - Technik macht's möglich! 😜 Nun muss man sich aber schon bissl verabreden und eine ruhige Minute abpassen, um miteinander telefonieren zu können. Und genau deshalb war ich heute dann doch nicht allzu geduldig, als mir der Typ noch zum fünften Mal die hinterletzte Ecke seines Grundstücks zeigen wollte. Da hat mich dann nur noch meine ausgeprägte Höflichkeit daran gehindert, (zumindest äußerlich) halbwegs ruhig zu bleiben.
Nach dreieinhalb Stunden war ich dann endlich wieder in meiner Unterkunft - aber das günstige Zeitfenster für einen Anruf war natürlich vorbei. Immerhin war der Strom nach gestern Abend mittlerweile wieder da, sodass ich meine Handys laden konnte. Ständig darauf zu achten, dass einem nicht der Strom ausgeht ist nämlich auch noch ein zusätzlicher, permanenter Stressfaktor! 😲
Am Abend (als der heimische Kindergeburtstag sein Ende gefunden hatte) haben wir dann endlich doch noch die Gelegenheit zum telefonieren gefunden.
Und so ist ein eigentlich so ereignisarmer Sonntag ziemlich stressgeladen verlaufen und dann doch noch happy geendet. 😉
Samstag, 4. März 2017
Tag 53, Sa. 04.03.
Ich hab heute mal wieder einen "freien" Tag. Mein Host hatte zwar bissl was zu erledigen, aber für mich war da nix zu tun.
Den Tag hab ich also wieder zum größten Teil mit Lesen und mit der Ziege verbracht. 😏
Zwischendurch war dann zum Glück auch mal wieder der Strom da, sodass alle ihre Handys laden konnten. Gegen Abend ist dann allerdings wiedermal eine dicke Gewitterfront aufgezogen und mit dem zweiten Blitz, den ich in der Ferne hab einschlagen sehen, war es wieder finster. 😑 Das war vor gut zwei Stunden, bislang sind wir allerdings noch trocken geblieben und in der Ferne sind lediglich die Blitze zu bestaunen. Mal schauen, ob wir in der Nacht vllt doch noch was abbekommen...
Ein großer Teil meines Aufenthalts hier besteht also tatsächlich bloß aus Warterei und Zeitvertreib... 😑
Ich bin mir übrigens mittlerweile ziemlich sicher, dass ich früher nach Hause fahren werd als geplant, nämlich Ende April/Anfang Mai! Ich lass also die Stationen in Sambia und Südafrika weg und komm wieder, wenn ich in Tansania fertig bin.
Dass meine Erfahrungen bei meiner jetzige Station wieder so ausbaufähig sind, spielt auch in diese Entscheidung mit rein, aber nur untergeordnet.
Durch die viele freie Zeit hier hab ich aber jedenfalls genug Zeit zum Nachdenken... 😅
Im Vorfeld hab ich einerseits unterschätzt, wie sehr ich meinen Schatz vermisse. Wenn sie mit mir hätte kommen können, oder wenn ich sie garnicht kennen würde und noch Single wär, sähe die Sache mit dem Heimweh bestimmt nochmal ganz anders aus.
Jetzt bin ich aber eben hier auf meiner Reise und mach ständig irgendwelche neuen Erfahrungen und kann sie nicht mit ihr machen, was ich aber gern wöllte! Und den Aspekt hab ich andererseits vorher überhaupt nicht bedacht!
Ein weiterer Grund sind schlichtweg die Finanzen. Die Wege zu den letzten beiden Stationen sind nochmal ziemlich kostspielig. Außerdem hab ich zB in Sambia lediglich die Unterkunft - für die 28 Tage dort muss ich mich selbst verpflegen, was auch nochmal ziemlich in's Geld gehen dürfte.
Bevor ich mich auf die Reise begeben hab, hatte ich aber überhaupt keine Vorstellung davon, welche Kosten so auf mich zukommen, während ich hier unten bin - und das summiert sich mit der Zeit eben schon ganz schön.
Insgesamt hab ich mir die Reise geplant und hatte Lust darauf. Lust, fremde Länder, Leute und Kulturen kennenzulernen, Lust, was Gutes hier unten zu tun. Aber diese Lust hab ich mittlerweile soweit befriedigt, dass sechs Monate für mich einfach keinen Sinn mehr machen.
Da komm ich lieber früher wieder nach Hause. Dadurch bin ich das Heimweh und die Sehnsucht nach Schatzi los. Und außerdem spar ich damit bares Geld, das wir wiederum nicht erst neu verdienen müssen, um solche Reisen gemeinsam machen zu können!
Für wen mein Blog auch so ein allabendliches Ritual geworden ist wie für mich, der wird sich also aller Voraussicht nach eine ganze Weile eher damit abfinden müssen, dass diese Serie zu einem Ende kommen wird! 😜
Bis dahin werd ich aber auch weiterhin versuchen, jeden Abend was von mir hören zu lassen, was ja bisher wunderbar funktioniert hat!
Freitag, 3. März 2017
Tag 52, Fr. 03.03.
So, die Nacht hab ich gut überstanden und hab sogar relativ lange und durchgeschlafen - der Tag vorher war aber auch entsprechend ereignisreich. 😜 Ich hatte sogar ein richtiges Bett inkl Moskitonetz. Bevor ich einschlafen konnte war es aber doch schon bissl frisch. Eine Mauer aus Lehmziegeln und ein Strohdach geben halt offenbar nicht viel her, um Wärme zu halten. 😏
Gegen 9Uhr bin ich dann mal aus meiner Hütte gekrochen und bin erstmal Zähneputzen gegangen - im Busch mit Wasser aus der Flasche. 😜 Nach dem Frühstück unter'm Baum hat mich der Cousin meines Begleiters (dessen Vater das Grundstück gehört), noch zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die Gegend mitgenommen. Es war zwar erst kurz nach zehn, aber die Sonne hat schon ordentlich geknallt! Zurück bei den anderen haben wir uns noch bissl unterhalten, bevor ich zusammen mit meinem Begleiter wieder zurück in die Stadt gefahren bin.
Der restliche Tag ist dann wieder gemütlich dahin geplätschert, ordentlich geregnet hat es auch nochmal. Und nachdem der Strom die letzten Tage außergewöhnlich lange verfügbar geblieben war, mussten wir heute mal wieder den ganzen Tag ohne auskommen. Das hieß also auch, dass ich mir vorhin das erste Mal wieder eine kalte Dusche "gegönnt" hab, seitdem ich hier bei diesem Host bin! Der Wasserkocher als scheinbar einzige Warmwasserquelle ist ja auch nicht zu benutzen... 😏
Aber zumindest die Stromversorgung der Handys ist hier ja in der Regel durch die Solaranlage gesichert.
Vllt werd ich nochmal eine Nacht in diesem Dorf verbringen. Der Hausherr hat mich jedenfalls quasi eingeladen und würde mir (dem wichtigen Besuch aus Deutschland) auch gern noch paar Sachen in der Umgebung zeigen. Mal schauen, wie sich dafür die Zeit und Gelegenheit findet...
Donnerstag, 2. März 2017
Tag 51, Do. 02.03.
Gegen 10Uhr sind wir (der "Assistent" meines Hosts in ihrem Projekt und ich) heute früh zu dem bereits angekündigten Dorf aufgebrochen - natürlich mit dem Boda! Allerdings ist das Dorf nicht ganz soo abgelegen wie angenommen. Nach gut 10min haben wir bereits Halt gemacht. Das war zwar noch nicht unsere eigentliche Bleibe, aber die war bloß wenige hundert Meter entfernt. Erstmal haben wir nochmal die örtliche Nursery und Primary School besucht. Dort haben wir unter anderem ein ziemlich interessantes Gespräch mit den Lehrern gehabt, in dem wir uns über die unterschiedlichen Bildungssysteme von Deutschland und Uganda unterhalten haben.
Im Anschluss ging es dann weiter in's Dorf - aber immernoch nicht zu den Leuten, bei denen wir die Nacht verbringen, sondern erstmal zu anderen Verwandten meines Begleiters. Dessen weitere Verwandtschaft umfasst nämlich scheinbar einen größeren Teil der Umgebung im Dorf. Bei diesen Verwandten gab es erstmal Mittagessen. Dann haben wir zwei eine ganze Weile geplaudert, interessanterweise zB über die deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert, die deutsche Sprache und letztendlich über Natur und Umwelt. Ich wurde schonmal darauf angesprochen, dass ich doch mal Fotos der (wilden) Tiere zeigen soll, die ich hier so sehe - tatsächlich hab ich seit meiner Ankunft in Uganda noch nicht wirklich unkultiviertes Land gesehen, wo größere Wildtiere überhaupt einen Lebensraum hätten! Mein Begleiter erzählte mir, dass es große Wildtiere in Uganda wohl lediglich noch in Reservaten und Parks gibt. Deshalb beschränken sich meine bisherigen Wildtiersichtungen auch im wesentlichen auf Eidechsen und Vögel... 😑
Nach dieser Unterhaltung hat mich mein Begleiter noch bissl durch die Felder geführt (wo bis vor 15 Jahren noch Wald stand!) und dann sind wir endlich beim Grundstück seines Onkels angekommen. Dort steht neben mehreren strohbedeckten Rundhütten auch ein gemauertes Haupthaus. Mir wurde angekündigt, dass es dort weder fließend Wasser noch Strom gibt - und am Abend haben wir dann dank Solaranlage sogar Fernsehen geguckt! Und Handyempfang inklusive Internet hab ich hier ja sowieso so ziemlich überall! 😅
Mittlerweile hab ich mein Nachtlager in einem dieser Rundhütten bezogen. Vorhin hab ich aber noch bissl Sterne geguckt. Am späten Nachmittag waren noch dicke Gewitterwolken durchgezogen. Nach Sonnenuntergang war es aber zum Glück wieder aufgeklart. Trotzdem es ein toller Nachthimmel war, mit weit mehr Sternen als ich es von Deutschland gewohnt bin und zumindest einem Hauch von Milchstraße, entsprach es allerdings nicht den Versprechungen, dass ich die Milchstraße und Galaxien "in voller Pracht" sehen könnte. 😜
Jetzt werd ich jedenfalls erstmal schauen, wie es sich so in einer strohbedeckten Rundhütte schläft!