Donnerstag, 2. März 2017

Tag 51, Do. 02.03.

Gegen 10Uhr sind wir (der "Assistent" meines Hosts in ihrem Projekt und ich) heute früh zu dem bereits angekündigten Dorf aufgebrochen - natürlich mit dem Boda! Allerdings ist das Dorf nicht ganz soo abgelegen wie angenommen. Nach gut 10min haben wir bereits Halt gemacht. Das war zwar noch nicht unsere eigentliche Bleibe, aber die war bloß wenige hundert Meter entfernt. Erstmal haben wir nochmal die örtliche Nursery und Primary School besucht. Dort haben wir unter anderem ein ziemlich interessantes Gespräch mit den Lehrern gehabt, in dem wir uns über die unterschiedlichen Bildungssysteme von Deutschland und Uganda unterhalten haben.
Im Anschluss ging es dann weiter in's Dorf - aber immernoch nicht zu den Leuten, bei denen wir die Nacht verbringen, sondern erstmal zu anderen Verwandten meines Begleiters. Dessen weitere Verwandtschaft umfasst nämlich scheinbar einen größeren Teil der Umgebung im Dorf. Bei diesen Verwandten gab es erstmal Mittagessen. Dann haben wir zwei eine ganze Weile geplaudert, interessanterweise zB über die deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert, die deutsche Sprache und letztendlich über Natur und Umwelt. Ich wurde schonmal darauf angesprochen, dass ich doch mal Fotos der (wilden) Tiere zeigen soll, die ich hier so sehe - tatsächlich hab ich seit meiner Ankunft in Uganda noch nicht wirklich unkultiviertes Land gesehen, wo größere Wildtiere überhaupt einen Lebensraum hätten! Mein Begleiter erzählte mir, dass es große Wildtiere in Uganda wohl lediglich noch in Reservaten und Parks gibt. Deshalb beschränken sich meine bisherigen Wildtiersichtungen auch im wesentlichen auf Eidechsen und Vögel... 😑
Nach dieser Unterhaltung hat mich mein Begleiter noch bissl durch die Felder geführt (wo bis vor 15 Jahren noch Wald stand!) und dann sind wir endlich beim Grundstück seines Onkels angekommen. Dort steht neben mehreren strohbedeckten Rundhütten auch ein gemauertes Haupthaus. Mir wurde angekündigt, dass es dort weder fließend Wasser noch Strom gibt - und am Abend haben wir dann dank Solaranlage sogar Fernsehen geguckt! Und Handyempfang inklusive Internet hab ich hier ja sowieso so ziemlich überall! 😅
Mittlerweile hab ich mein Nachtlager in einem dieser Rundhütten bezogen. Vorhin hab ich aber noch bissl Sterne geguckt. Am späten Nachmittag waren noch dicke Gewitterwolken durchgezogen. Nach Sonnenuntergang war es aber zum Glück wieder aufgeklart. Trotzdem es ein toller Nachthimmel war, mit weit mehr Sternen als ich es von Deutschland gewohnt bin und zumindest einem Hauch von Milchstraße, entsprach es allerdings nicht den Versprechungen, dass ich die Milchstraße und Galaxien "in voller Pracht" sehen könnte. 😜
Jetzt werd ich jedenfalls erstmal schauen, wie es sich so in einer strohbedeckten Rundhütte schläft!

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