Mittwoch, 5. April 2017

Tag 85, Mi. 05.04.

Wie zu erwarten war mein Schlafbedarf vergangene Nacht nicht mehr ganz so groß und so bin ich "schon" gegen halb neun aufgewacht. Die lautstarken Kinder im Haus haben aber auch ihr Bestes dazu beigetragen. 😅
Als ich aufgestanden bin, war die andere Freiwillige schon fleißig mit ihrem Bauprojekt beschäftigt und nach dem Frühstück hab ich mich auch dazugesellt. Zu Beginn muss für so einen Stall ja erstmal das Fundament her. Und das gestaltete sich als komplizierter als im Vorfeld (zumindest von mir) erwartet - und als es jemand halbwegs fachkundiges machen würde. 😜
Ein Teil der Grundstücksgrenze dient als Referenz, damit der Stall parallel zur Mauer verläuft. Anfangs lediglich mit einem Metermaß ausgerüstet, war es aber zB eine schier unlösbare Aufgabe, die vier Ecken des Fundaments in den rechten Winkel zu bekommen! Neben der Denkarbeit war aber natürlich noch die tatsächliche körperliche Arbeit, wobei wir beide schnell gemerkt haben, dass wir viel zu wenig solche Arbeit gewohnt sind! So hab ich mir erstaunlich schnell eine Blase an einer ungünstigen Stelle an der Hand eingehandelt, weshalb ich nicht weiter mit anpacken konnte. Aber weil es ja ihr Projekt ist, hat die andere Freiwillige nochmal klargestellt, dass ich nix machen muss und jederzeit aufhören kann. Ich bin aber noch weiter ab und zu dazugekommen und hab ab und zu Tipps und Hinweise gegeben. Die andere Freiwillige macht sich kommenden Dienstag auf den Rückweg nach Deutschland. Bis dahin muss der Stall theoretisch stehen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es in den nächsten Tagen vorangeht. Und ich hoffe, wieder mit anpacken zu können, wenn sich meine Hand wieder eingekriegt hat. 😏
Neben den anlaufenden Baumaßnahmen waren natürlich auch einige der Kinder den ganzen Tag über da. Es ist eine essenzielle Frage der Finanzen, welche Kinder wie oft zur Schule gehen können! Hier im Waisenhaus sind aber auch drei "Caretaker", also Pflegerinnen, die auch den Haushalt schmeißen und die vormittags mit den Kindern auch immer bissl Unterricht machen. So eine kleine Baustelle ist aber natürlich auch was interessantes, weshalb sie uns ständig zwischen den Füßen rumgesprungen sind. Aber dadurch konnten sie auch ab und zu mal mit anpacken! 😜
Am Ende des Tages ist wenigstens schonmal die Grenze des Fundaments ausgehoben - es fehlt also nur noch, den Rest der Fläche freizumachen, damit der Zement reinkommen kann.
Um meinen eigentlichen Job, das Fundraising, werd ich mich mal morgen kümmern. Mittlerweile hab ich von meinem Host ein paar Inhalte für die Kampagne bekommen. Heute hatte ich es allerdings als dringender erachtet, die Bauarbeiten zu unterstützen.

Dienstag, 4. April 2017

Tag 84, Di. 04.04.

Mein erster voller Tag in Tansania hat erstmal ziemlich spät begonnen. Die vergangenen anderthalb Tage waren ja nicht grad stressarm, sodass ich diese Nacht den verpassten Schlaf nachgeholt hab und erst gegen halb elf aufgewacht bin. 😅
Im Halbschlaf hatte ich schon mitbekommen, dass mein Host los ist. Hauptberuflich ist er nämlich Lehrer und übernachtet auch in der Schule, sodass wir ihn erst am Freitag wieder zu Gesicht bekommen.
Gestern hatten wir schon bissl darüber geredet, was ich denn hier so zu tun krieg. Und heute hat er mir dann per WhatsApp einige weitere Informationen zukommen lassen. Eine Hauptaufgabe soll für mich die Organisation von Fundraising sein. Dabei ist mein Part die tatsächliche technische Umsetzung auf den jeweiligen Plattformen. Heute war da allerdings noch nicht allzu viel zu machen, sodass ich einen Großteil des weiteren Tages damit verbracht hab, mich in verschiedenen Situationen mit den Kindern bekannt zu machen, die hier im Waisenhaus leben - und tagsüber nicht in die Schule gehen. Zum Glück sprechen die alle mehr oder weniger Englisch, sodass sich die Kommunikation deutlich unkomplizierter gestaltet als es noch oft in Uganda der Fall war!
Die andere deutsche Freiwillige ist schon seit Mitte Januar hier (lustigerweise am gleichen Tag in Afrika angekommen wie ich) und hat zurzeit noch ein kleines Projekt laufen, bei dem ich die nächsten Tage wahrscheinlich auch mal mit helfen werd. Wir haben hier nämlich ein paar Hühner, die haben allerdings garkeinen richtigen Stall! Heute wurde deshalb Baumaterial angeliefert, sodass zeitnah der Bau des Stalls beginnen kann!
Vorhin zum Abend haben die andere Deutsche und ich noch eine Weile geplaudert und Erfahrungen in Afrika ausgetauscht. Es tut echt gut, mal wieder jemanden zu treffen, mit dem man in seiner eigenen Sprache reden kann! 😅
Mal schauen, was genau morgen so passiert. Vllt lässt mir mein Host noch paar Informationen für's Fundraising zukommen. Ansonsten darf ich bestimmt auch bei dem Bau des Stalls mitwirken. 😜

Tag 83, Mo. 03.04.

So angespannt ich auch gestern im Vorfeld der Fahrt nach Arusha noch war, so (nahezu) reibungslos hat es dann im Endeffekt eigentlich geklappt! Aber eines nach dem anderen...
Geplante Abfahrt meines Busses nach Nairobi war gestern um 17:30 - gegen 17:55 hatten wir uns endlich in Bewegung gesetzt. Obendrein hatte einer der Crew auf auf Anfrage noch gemeint, dass wir so 5-6Uhr in Nairobi ankommen. Darauf hab ich natürlich dezent geschockt reagiert und erklärt, dass ich 5:30 an meinem Anschlussbus sein kann! So eine Mitteilung ist natürlich nicht unbedingt sehr verheißungsvoll und ich befürchtete schon das schlimmste! 😑
Während ich auf dem Weg zur ugandisch-kenianischen Grenze war, meldete sich mein Nairobi-Host, dass er für mich zwei Tickets reserviert habe, ich aber trotzdem pünktlich da sein müsse!
An der Grenze hat sich das ganze Prozedere natürlich ewig in die Länge gezogen, was neben den Visa-Vorgängen auch noch eine Pinkel- und Futterpause beinhaltete. Als es dann aber endlich wieder weiter ging, versicherte mir der Typ von der Crew, dass wir wirklich um 5Uhr da sein sollte. Kurz nach der Grenze bin ich dann schließlich endgültig aus dem ugandischen Mobilfunkanbieters rausgeflogen.
Auf dieser Nachtfahrt hab ich natürlich versucht, zu schlafen. Aber mehr als ein paar Minuten Gedöse sind nicht drin gewesen.
Der Anschlussbus hatte als Abfahrtszeit 6:00 angegeben, jedoch sollte man schon 5:30 da sein, um sich anzumelden! Im Endeffekt haben wir das auch geschafft und sind vorher in Nairobi angekommen - 5:18 bin ich aus dem Bus ausgestiegen und bin zur nächsten Busstation getigert! Glücklicherweise war es nicht weit, sodass ich den Bus rechtzeitig geschafft hab - die größte Hürde der Fahrt war damit geschafft! 😆
Im Bus hab ich wiedermal einen anderen Deutschen getroffen, was die Fahrt nach Arusha noch unterhaltsamer (im wahrsten Sinne des Wortes! 😜) gemacht hat! Obwohl ich auf dieser zweiten Etappe keinen Zeitdruck mehr hatte, kam an der Grenze zwischen Kenia und Tansania nochmal relativ viel Frust auf, weil man es dort für meinen Geschmack etwas zu genau mit der Sicherheit nahm und wir erst nach zwei Stunden fertig waren! 😑 Aber ansonsten war ich eigentlich genug mit staunen über die sich verändernde Landschaft beschäftigt. Ich hab auch versucht, Fotos davon zu machen, allerdings waren die Fenster des Busses mit Reklame beklebt, sodass immer diese Lochfolie die Sicht trübte. Aber ansonsten war diese Busfahrt wirklich einwandfrei und gegen Mittag erreichten wir letztendlich Arusha.
Mein erster Gang bestand erstmal in der Besorgung einer tansanischen SIM-Karte. Ansonsten wollte ich noch mein restliches ugandisches Bargeld in tansanisches umtauschen. Aber die Wechselstuben haben hier unverschämte Wechselkurse, sodass ich das erstmal gelassen hab. Per Taxibus (der hier "Dala Dala" heißt) ging es dann ein ganzes Stück raus aus der Stadt. Gegen 15Uhr sind wir endlich an meiner neuen Unterkunft für die nächsten Wochen angekommen. Dabei handelt es sich um ein Waisenhaus, das sechs Kinder beherbergt und die ich im weiteren Verlauf des Abends natürlich auch kennengelernt hab. 😉
Morgen, an meinem ersten "richtigen" Tag hier, bin ich mal gespannt, welche Aktivitäten mich als Freiwilligen hier erwarten.
Der erste Eindruck von Unterkunft, Host und Leuten hier ist schonmal ein positiver! Meine Stimmung ist jetzt grundsätzlich ein ganzes Stück gepusht, weil prinzipiell nix mehr zwischen mir und meiner Rückkehr nach Deutschland steht!
Am 20.04. geht der Flieger, sodass ich 17 Übernachtungen hier verbringen werd. Bis nächsten Dienstag hab ich im Übrigen noch die Gesellschaft einer anderen deutschen Freiwilligen. Heute Abend hab ich schon viel gequatscht, sowohl mit meinem neuen Host, als auch mit der Deutschen. Und mit den Kindern hab ich mich auch schon bekannt gemacht! 😜 Insgesamt macht diese letzte Station meiner Reise hier einen guten Eindruck, einen besseren, als meine vorherige - aber das ist ja auch nicht unbedingt schwierig. 😅
Jetzt werd ich erstmal in's Bett fallen. Die insgesamt 18-stündige Fahrt war halt doch dezent ermüdend! 😏

Sonntag, 2. April 2017

Tag 82, So. 02.04.

Heute melde ich mich mal mit einer "Frühausgabe" - heute Abend werd ich mich schließlich aller Voraussicht nach nicht mehr in Uganda befinden. Meine ugandische SIM-Karte wird dann auch nicht mehr funktionieren, sodass ich dann auch vorerst nicht mehr online und erreichbar sein kann. Vllt gibt's in Nairobi irgendwo öffentliches WLAN. Ansonsten muss ich bis Arusha warten und mich dort dann zeitnah kümmern! Den Vor- und Mittag hab ich heute jedenfalls natürlich mit der Vorbereitung meiner Abreise verbracht, also Sachen zusammenpacken und Proviant besorgen. An Zeug hatte ich nicht allzu viel rausgeräumt, sodass das recht schnell ging. Und an Proviant hab ich 2,5l gefiltertes Wasser und heute Morgen hab ich mir noch sechs Rolex besorgt (Chapati mit Spiegelei, 3 Mahlzeiten für 2 Tage) - mein Cholesterinspiegel dürfte in letzter Zeit eine ansteigende Tendenz aufweisen... 😅
Gegen halb fünf hat mich vorhin, wie ausgemacht, der Bruder meines Hosts an meiner Unterkunft abgeholt. Meinen Host selbst hab ich heute garnicht mehr gesehen, der ist auf einem Ausflug mit anderen Freiwilligen - glaub ich. Gestern hat er lediglich seine Schwester nochmal beauftragt, bei mir das fehlende Geld noch einzutreiben. 😏
Jetzt sitz ich jedenfalls im Bus nach Nairobi. Und es hat sich natürlich wieder die gleiche Anspannung und Unsicherheit eingestellt, wie schon bei den anderen Hostwechseln. Aber auch wenn die bevorstehende Etappe die wohl größte Herausforderung der ganzen Reise ist - danach kann (eigentlich) nix mehr schiefgehen! Ich hoffe also einfach mal, dass ich problemlos nach Kenia reinkomme, in Nairobi alles mit dem anderen Bus klappt und ich dann auch gut in Arusha ankomme! Für jeden gedrückten Daumen dafür in der Heimat bin ich dankbar - schaden kann es sicherlich nicht!
Und dann meld ich mich hoffentlich alsbald wieder - wenn möglich natürlich morgen Abend mit meinem täglichen Blogpost! 😜

Samstag, 1. April 2017

Tag 81, Sa. 01.04.

Nachdem ich gestern den ersten Teil meiner Fahrt nach Arusha, von Mbale nach Nairobi, gebucht hab, wollte ich heute auch den zweiten Teil, von Nairobi nach Arusha, dingfest machen.
Ich bin also nach dem Mittag rüber in die Stamm-Bar - die haben da ja schließlich WLAN. Und da heute auch wieder größtenteils der Strom da war, hat es auch wirklich funktioniert. 😜
Das Busunternehmen, für das ich mich nach der Beratung mit meinem Nairobi-Host entschieden hab, hat auch eine ordentliche Webseite, mit Verbindungssuche, Preisübersicht und Buchungsprozess. Als akzeptierte Zahlungsmethoden wurden verschiedene Kreditkarten und Zahlung per Handy angegeben. Im weiteren Buchungsprozess bin ich dann allerdings auf das Problem gestoßen, dass Kreditkartenzahlung zurzeit nicht möglich ist, und dieses Bezahlverfahren per Handy gibt's bloß in Kenia. Ich hab daraufhin vergeblich doch noch bei anderen Anbietern nach Verbindungen gesucht. Jetzt werd ich aber wohl vor Ort buchen und hoffen müssen, dass noch Plätze frei sind! Das ist nämlich auch wirklich die einzige Verbindung an dem Tag! Mein Bus in Mbale fährt wie schon gesagt morgen um 17:30 ab und braucht ca. 11h, ist also ca. 4:00 in Nairobi. Der Anschlussbus fährt dann um 6:00 ab in Richtung Arusha, wobei man sich bis 5:30 da melden muss. Ich muss also auch hoffen, dass der erste Bus tatsächlich pünktlich ist. Die beiden Busstationen sind zum Glück nicht allzu weit voneinander entfernt.
Um Kenia zu passieren hab ich ja im Vorfeld ein Transitvisum beantragt, womit man sich für max. 72h im Land aufhalten kann. Im Antragsformular sollte ich den geplanten Tag der Einreise (02.04.) und der Ausreise (03.04.) angeben. Jetzt hab ich heute aber nochmal auf die Genehmigung des Visums geschaut. Und da steht der 03.04. als Tag des Ablaufs (Date of expiry) drin. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich das einfach falsch verstehe, oder ob das Visum jetzt tatsächlich plötzlich nicht mehr 72h, sondern bloß die zwei Tage gültig sein soll. Dann wäre es nämlich umso kritischer, den Anschlussbus zu erwischen!
Wenn ich morgen an der kenianischen Grenze das Visum ausgestellt bekomme, werd ich der Frage nochmal nachgehen und ansonsten einfach hoffen - auf Pünktlichkeit und freie Sitzplätze! 😨
Nachdem diese Angelegenheit relativ frustreich erstmal ad Acta gelegt werden musste, bin ich dann heute Abend nochmal wieder zum Bruder meines Hosts, um ihm und seiner Familie nochmal einen Besuch abzustatten. Immerhin hat er mich die ersten beiden Wochen immer in's Schlepptau genommen und bei ihm zuhause wurde ich ordentlich verköstigt! Bei der Gelegenheit hab ich auch gleich nochmal angefragt, ob er mich (mit meinem ganzen Gepäck) morgen mit seinem Auto in die Stadt zum Bus schaffen kann. Und dem hat er auch gleich zugestimmt, sodass ich die Strecke weder zu Fuß noch per Boda zurücklegen muss! 😉