Gestern früh, kurz vor 8Uhr, bin ich wohlbehalten in Dresden gelandet. Kurz vor der Landung kam mir noch der Gedanke, dass ich jetzt bloß noch mein Gepäck in Empfang nehmen muss, quasi als letzte Hürde. Am Gepäckband kamen nach einer gespannten Weile die ersten Gepäckstücke und ich hab dann auch entsprechend gespannt gewartet. Meinen Rucksack hab ich mir vom Band geangelt, aber auf meinen Koffer musste ich vergeblich warten.
Als ich realisierte, dass nix mehr kommt, kam aber auch eine Durchsage. Ich hab sie nicht ganz verstanden, nur, dass mein Name genannt wurde. Ich bin also gleich erstmal zu dieser "Gepäckermittlung", von wo die Durchsage auch gekommen war. Dort wurde mir gesagt, dass der Koffer in Frankfurt hängengeblieben ist - wie auch immer, wo ich da doch knapp zwei Stunden Aufenthalt hatte und der Rucksack es auch geschafft hat... 😑 Der Koffer würde aber mit der nächsten Maschine nachgeschickt und ich solle meine Adresse angeben, damit die Lufthansa das gute Stück dann gleich bei mir zu Hause abliefern könne. Gesagt, getan. Da war der erste Schock schon wieder weitgehend verdaut und ich konnte endlich den Ankunftsbereich verlassen und meine Maus endlich wieder in den Arm nehmen, nach 100 Tagen der Trennung! 😯😘
Zuhause angekommen wollte ich dann aber gleich erstmal mit dem Auspacken beginnen, womit ich auch (trotzdem natürlich abwechselnd mit einigen Kuscheleinheiten) den restlichen Vor- und Mittag verbracht hab. Während des Auspackens ist nochmal deutlich geworden, wieviel meines Gepäcks ich völlig unnötig quer durch die Welt mitgeschleppt hab! Den Koffer hätte ich mir im Endeffekt sparen können... 😏
Am Nachmittag war ich endlichmal wieder schön warm duschen. Für den Abend hatten wir uns zur Feier des Tages mit unseren WG-Freunden verabredet, mit denen wir es uns in einer Cocktailbar gemütlich gemacht haben. Und zum Anfang hab ich natürlich das Hauptgesprächsthema geliefert. 😜
Samstag, 22. April 2017
Abschlussbericht
Freitag, 21. April 2017
Heimreise: Statusbericht Nr. 2
Mittlerweile bin ich in Frankfurt angekommen, hab also offiziell Afrika verlassen und bin wieder im Lande!
Jetzt warte ich, dass das Boarding beginnt. Den gesamten Flug über hab ich so ca. anderthalb Stunden gedöst. 😴 Aber durch die allgemein aufregende Situation bin ich weitgehend wach. 😴
Mal schauen, wann dann die große Müdigkeit nachkommt. 😅
Donnerstag, 20. April 2017
Heimreise: Statusbericht
Der Flieger in Tansania ist eine Viertelstunde eher abgehoben. Es waren halt schon alle an Bord - ich zum Glück auch! 😅 Dabei hatte ich schon ziemlich Stress, als ich am Flughafen angekommen bin und auf eine ellenlange Schlange gestoßen bin! Die wurde später aber noch aufgeteilt, sodass es doch schneller ging.
Nicht nur, dass wir früher losgeflogen sind. Wir haben auch weniger Zeit gebraucht, um nach Addis Abeba zu kommen. An sich ist das sicher eine feine Sache - bloß nicht, wenn man (wie ich) sowieso schon 3h auf einen Anschlussflug warten muss. 😏
Ich bin jetzt jedenfalls schonmal hier heil angekommen und immerhin gibt's hier aber halbwegs gemütliche Liegen und obendrein gratis WLAN! 😜
Anderthalb Stunden gilt es jetzt also erstmal noch rumzukriegen, bis das Boarding für meinen Flug nach Frankfurt beginnt. 😏
Tag 100, Do. 20.04.
Mein 100. und somit letzter Blogpost aus Afrika erscheint hiermit nochmal in einer Frühausgabe. 😜
Gestern Abend und heute früh hab ich mich schonmal mit dem Check-In für meine drei Flüge beschäftigt. Zwei der Teilstrecken flieg ich mit Ethiopian Airlines. Erst geht's heute um 17:35 von Kilimanjaro nach Addis Abeba, dort hab ich nach zwei Stunden Flug gut drei Stunden Aufenthalt. Im Anschluss geht's wieder mit Ethiopian weiter nach Frankfurt, wo ich 05:10 ankomme. Nach einer weiteren Stunde dort geht's mit der Lufthansa weiter nach Dresden, wo ich dann laut Plan um 07:45 ankomme.
Den Online-Check-In kann man bei Ethiopian Airlines auf der Internetseite machen und das ging auch problemlos. Bei dem Vorgang kann man sich auch einen Sitzplatz auf den jeweiligen Teilstrecken auswählen. Das ging allerdings nur auf den ersten beiden Flügen, weil der dritte halt mit Lufthansa ist.
Zum Schluss hab ich mir dann noch den Boarding-Pass per Internet schicken lassen. Da waren alle drei Flüge enthalten, inkl Sitzplätzen. Nach einem Blick in den Sitzplan für den Flug, direkt bei der Lufthansa, hab ich festgestellt, dass mein Sitzplatz jetzt ausgerechnet in der Region ist, die ich sowieso im Blick hatte. Allerdings hab ich noch zusätzlich festgestellt, dass sich der Platz laut Plan in der Business Class befindet! 😉
Der Flug dauert zwar bloß eine knappe Stunde - aber so komm ich sogar wenigstens auch noch zu dieser Erfahrung! 😊
Mein arabischer Mitfreiwilliger ist ja heute auch ziemlich früh aufgestanden, um sich für die Safari fertigzumachen. Aber auch ich war halt verhältnismäßig ziemlich früh wach. Als er dann nach dem Frühstück abgereist ist, hab ich auch schnell meine sieben Sachen gepackt. Hier im Waisenhaus gibt's eine Wand, an der sich jeder verewigt hat. Das hab ich dann natürlich auch noch abgehakt.
Nach dem Mittagessen wurde ich dann vorhin gegen 15Uhr abgeholt und zum Flughafen gebracht und jetzt steh ich hier halt und warte, dass ich mit den ganzen Formalitäten durch bin. 😑
Mal schauen, wie der verläuft und wie es mir danach geht! Werd ja wieder 15h unterwegs sein! Aber rheoretisch meld ich mich das nächste Mal dann wieder aus der Heimat! 😀
Mittwoch, 19. April 2017
Tag 99, Mi. 19.04.
Seltsamerweise hatte ich heute, an meinem letzten vollen Tag, das Gefühl, mich nochmal ausgiebiger mit den Kindern beschäftigt zu haben. Bzw haben einige von ihnen stärker Kontakt mit mir gesucht - vllt kommt mir das aber auch bloß so vor. 😏
Ansonsten gibt's auch heute nicht mehr viel zu berichten. Zu Mittag- und Abendessen gab's jeweils Fleisch - ja, das ist erwähnenswert! 😅 Da hat natürlich auch die Miez des Hauses ihren Anteil vom Tisch bekommen und war glücklich! 😋
Mein arabischer Mitfreiwilliger ist grad auch schon beim packen. Ich hab dafür wie gesagt morgen noch genug Zeit. Für ihn geht's aber morgen früh um 8Uhr für vier Tage auf Safari - dafür lässt er allerdings 700€ springen!
In 24h werd ich im Flieger auf der zweiten Teilstrecke von Addis Abeba nach Frankfurt sitzen. Mittlerweile ist das Heimweh, das mich über so lange Strecken begleitet hat, natürlich so ziemlich gänzlich der Vorfreude gewichen. Die verbleibenden Stunden zähle ich schon seit Tagen. 😜
Ich kann nicht unbedingt ausformulieren, was ich alles von dieser Reise mitnehme. Auf jeden Fall stellt es eine Erfahrung und Erinnerung dar, die mich wohl noch eine ganze Weile begleiten wird!
Dienstag, 18. April 2017
Tag 98, Di. 18.04.
Zwar hab ich heute, außer auf die Mahlzeiten zu warten, den Tag wieder größtenteils vertrödelt. Aber da das mein vorletzter voller Tag war, ist mir das relativ schnuppe! Der Heimweg ist zum Greifen nah! 😉
Zwischendurch und vorallem abends nach dem Abendessen kommen des öfteren sehr interessante Unterhaltungen mit meinem arabischen Mitfreiwilligen zustande, so auch heute. Ansonsten hab ich mich bloß ab und zu mit den Kindern beschäftigt, hauptsächlich hab ich mich aber in unser Freiwilligenzimmer verkrümelt und gelesen oder mich mit dem Handy beschäftigt. Zum Glück ist hier die Stromversorgung um Welten besser als in Uganda... 😏
Mal schauen, womit ich morgen die Zeit rumkrieg. Mit packen brauch ich wohl erst am Donnerstag anfangen. Ich hab wieder nicht wirklich viel rausgeräumt. 😜
Montag, 17. April 2017
Tag 97, Mo. 17.04.
Auch der Ostermontag hatte absolut nix österliches. Keine Ahnung, ob Ostern hier überhaupt gefeiert wird. Theoretisch ist es doch grad für gläubige Christen nicht ganz unwichtig. 😏
An sich war der Tag also wieder zum verchillen. Nach dem Mittagessen hab ich mich mit meinem Mitfreiwilligen aber nochmal auf einen Osterspaziergang durch die Gegend gemacht. 😜 Wir sind hier ja nicht direkt in Arusha, sondern einem nahegelegenen kleineren Örtchen. Das haben wir heute innerhalb von zwei Stunden halb umrundet und dabei wieder immerhin 9.000 Schritte abgeschrubbt! 😅 Der Ort selbst ist zwar ziemlich langweilig, aber außerhalb war es idyllisch, sodass ich einige schöne Fotomotive gefunden hab. 😋 Ein Teil der Runde führte auch wieder über die alten Bahnschienen, zu denen ich vor einigen Tagen schonmal spaziert bin.
Ansonsten ist dann der restliche Tag wieder so dahingeplätschert. Am Abend ist mein Host endlich mal wieder zurück in die Unterkunft gekommen. Der hat scheinbar das Wochenende bei der Familie verbracht, oder so. Dabei ist dann heute Abend noch ein kleiner, dezenter Aufreger passiert. Ich buche mir ja regelmäßig Datenvolumen, das dann für 24h gültig ist. Das war auch heute Abend der Fall. Als mein Host gekommen ist, hat er sich an sein Notebook gesetzt und YouTube geschaut. Dummerweise hat er sich dabei allerdings (hoffentlich aus Versehen!) in mein WLAN eingeklinkt und somit mein Datenvolumen angezapft, ohne dass ich es gemerkt hab. Ich bin erst darauf gestoßen, als nach einer Stunde mein Datenvolumen schon wieder aufgebraucht war - so ein paar YouTube-Videos sind ja schonmal eine ganze Menge!
Als wir am Samstag auf Wanderschaft waren, hab ich da das Datenpaket zum Glück erst stark verzögert, spät am Abend gebucht. Dadurch reichen meine verbleibenden Datenpakete also doch noch bis zum Ende meines Aufenthalts.
Eine kleine Unachtsamkeit meinerseits hat mir also an einem sonst wieder ziemlich tristen Tag doch nochmal eine kleine Extraportion Frust beschert, die aber zum Glück wahrscheinlich ohne Folgen bleibt. 😏
Sonntag, 16. April 2017
Tag 96, So. 16.04.
Gestern Abend war ich zwar ziemlich geschafft. Mit meinem Mitfreiwilligen hat sich dann allerdings noch eine interessante Diskussion entwickelt (tatsächlich über Gott und die Welt 😜), sodass ich doch erst gegen 1Uhr schlafen gegangen bin. 😴
Entsprechend lange hab ich dann heute zum Sonntag ausgeschlafen, sodass ich halb elf aufgestanden bin. Erwartungsgemäß war der heutige Tag wieder ereignislos. Zwar konnte ich mich so von gestern erholen. Aber im Laufe des Tages hat die Langeweile dann doch sehr zugenommen. 😑
Hinzu kam, dass außer des Mittagessens (dem eines unserer älteren Hühner zum Opfer gefallen ist), nicht der leiseste Hauch einer Spur von Ostern zu vernehmen war. Tatsächlich ist es dieses Jahr für mich das erste Mal, dass Ostern so ziemlich kompliziert ausfällt. 😐 Es könnte natürlich noch sein, dass der morgige Ostermontag mit irgendwas besonderem aufwartet - aber da bin ich mal eher nüchtern in meiner Erwartungshaltung. 😏
Wenn hier in der Unterkunft schon nix los ist - vllt spielt ja morgen das Wetter wieder so gut mit wie gestern, damit man nochmal die Umgebung durchstreifen kann. 😋
Tag 95, Sa. 15.04.
Nachdem die letzten Tage wieder akut ereignislos waren, haben wir uns heute mal endlich aufgemacht, die Gegend zu erkunden. Gestern hatten wir bissl im Internet gestöbert und in der Nähe einen See gefunden, den man umrunden kann - den Lake Duluti (--> Link). Die "Wanderung" dort wurde mit 2h bei 4km oder so angegeben, also nicht wirklich herausfordernd. 😏
Mein Mitfreiwilliger hat außerdem noch von einer Kaffeerösterei gehört, die er sich mal anschauen wollte. Da das nicht allzu weit voneinander entfernt ist, wollten wir das gleich verbinden.
Kurz nach 11Uhr ging es also erstmal mit dem Dala Dala los. Kurz vor der Hälfte zwischen unserem Ort, Usa River, und Arusha sind wir aus- und in ein privates Taxi umgestiegen - mit vier anderen Fahrgästen. 😅 Das Taxi ist dann mit einem recht ambitionierten Fahrstil ein Stück bergauf Richtung Mount Meru gefahren und hat uns in einer idyllisch bewaldeten Gegend abgesetzt und auch das Anwesen dieser Rösterei war genauso hübsch hergerichtet.
Nach einer kurzen Führung durch die Rösterei (und natürlich die Souvenierabteilung) haben wir uns dann zu Fuß auf den Rückweg bergab zur Hauptstraße mit den Dala Dalas gemacht. Günstigerweise ging nach einem kurzen Stück ein kleiner Weg von der Straße ab, sodass wir nicht die ganze Zeit auf die Autos aufpassen mussten und so. Außerdem präsentierte sich uns dort ebenfalls eine wunderbar idyllische Landschaft, wo wir durch Felder und an kleinen Ansiedlungen gekommen sind. Die grobe Richtung der Hauptstraße wussten wir ja, sodass wir uns einfach irgendwie einen Weg gesucht haben und irgendwann sind wir tatsächlich fast an der Kreuzung rausgekommen, wo wir mit dem Taxi gestartet sind! 😅
Dieser ausgedehnte Rückweg von der Rösterei hatte schon einige Zeit in Anspruch genommen und uns einige Aussichten beschert. Aber da es heute zum Glück nicht allzu heiß war, konnten wir getrost noch den anderen Teil der Planung in Angriff nehmen. Wieder in einem Dala Dala wurde uns von anderen Passagieren erklärt, wo wir aussteigen müssen, um zum See zu kommen. Dort angekommen haben wir erstmal in einem "Campingclub" am Ufer Rast gemacht und das weitere Vorgehen besprochen.Wie wir dort nämlich erst erfuhren, benötigt man eine (käufliche) Genehmigung, um den See zu umrunden - und zu sehen seien paar Vögel. Als dann aber nicht weit entfernt Affen durch die Bäume sprangen und ein Rabatt angeboten wurde (5 statt 13$), weil wir Freiwillige sind, viel die Entscheidung dann doch recht leicht, die Runde zu gehen. Ein paar Vögel konnten wir tatsächlich erspähen und auch die Affen haben sich nochmal gezeigt. Aber die Landschaft an sich war schon ziemlich beeindruckend, sodass ich einiges zum fotografieren gefunden hab. 😉
Anderthalb haben wir ungefähr gebraucht, um den See ganz entspannt zu umrunden. Der abermalige Rückweg zu den Dala Dalas an der Hauptstraße fiel dann schon spürbar schwerer, so wenig wie wir gewöhnt sind. 😏 Pünktlich kurz nach Sonnenuntergang waren wir dann nach gut siebeneinhalb Stunden wieder in der Unterkunft. Eine heiße Dusche wäre da perfekt gewesen, aber hier musste ich erstmal mit einer kalten Fußwäsche und dann später mit einer kalten Dusche Vorlieb nehmen. 😝
Mal schauen, wie sich mein Körper morgen anfühlt. Grad tut mir jedenfalls alles weh - aber diesmal bin ich wenigstens von Blasen verschont geblieben! 😅 Laut meiner App hab ich heute immerhin gut 23.000 Schritte gemacht, was knapp 15km entspräche! 😜
Freitag, 14. April 2017
Tag 94, Fr. 14.04.
An sich war der Tag wieder ziemlich öde. Nach dem Frühstück und über den Mittag hab ich bissl was für's Fundraising gemacht und nach dem Mittagessen, während der Siesta, gelesen und gedöst. 😑
Mit meinem arabischen Mitfreiwilligen hab ich mich aber bissl beratschlagt, was wir konkret mit der ganzen Zeit anfangen können. Dabei haben wir uns eine Strecke zum wandern gesucht, die wir morgen mal in Angriff nehmen wollen.
Der Höhepunkt in Sachen Aufregung war heute meine insgesamt dritte Begegnung mit einem Wildtier (nach einer Schlange und einem Chamäleon) - und davon die zweite mit einem gefährlichen! 😉 Unter meinem Koffer hab ich nämlich einen Skorpion gefunden! Er war nicht groß und hätte locker auf meine Handfläche gepasst, aber das soll ja bei Skorpionen nicht unbedingt was heißen! Tierfreund, wie ich nunmal einer bin, hab ich ihn natürlich nicht getötet, wie mein arabischer Mitfreiwilliger gemeint hat. Stattdessen hab ich ihn ganz klassisch mit einem Glas und einem Blatt Papier eingefangen. (Und vorsichtshalber mit einem Buch darunter - ich bin zwar tierlieb, aber nicht leichtsinnig! 😅) Dadurch konnte ich jedenfalls paar Fotos und Videos machen, bevor ich ihn dann nach draußen geschafft und außerhalb der Grumdstücksmauern auf einen Geröllberg verfrachtet hab.
Vorhin am Abend haben mich wieder die Kinder in Beschlag genommen. Aber da wir ja morgen mal wieder bissl aktiv werden wollen, hab ich mich bei Zeiten abgesetzt. 😜
Mal schauen, wie das morgen wird - und ob wir was von der Flora und Fauna zu sehen bekommen! 😋
Donnerstag, 13. April 2017
Tag 93, Do. 13.04.
In einer Woche sitz ich im Flieger Richtung Heimat - zum Glück, muss ich sagen. Obwohl das eigentlich unfair ggü meines jetzigen Hosts ist. Diese Station stellt definitiv eine der besseren Erfahrungen und Eindrücke dar. Aber ich bin einfach schon seit einer ganzen Weile gedanklich nicht mehr hier in Afrika, sondern fieber der Heimreise entgegen.
Diese ganze Reise, wie ich sie mir im Vorfeld geplant hatte, war und ist ein riesiges Abenteuer. Aber im Verlauf musste ich einfach feststellen, dass ich mir da ziemlich viel, zuviel "zugemutet" hab - immerhin ist das Ganze in vielerlei Hinsicht eine Premiere für mich gewesen und ich hab vorher nur erahnen können, was mich erwartet. Und das hat dann im Endeffekt ja auch zu der Entscheidung geführt, meine Reise zu verkürzen.
Die Tage, an denen ich mir die Zeit irgendwie vertreiben muss, haben auch einen großen Anteil an dieser Entwicklung und auch heute war wieder so ein Tag. Es ist hier nicht so, dass ich zum rumsitzen verdammt bin, weil ich keine Aufgaben hab. Auf der Hand liegt natürlich, sich mit den Kindern zu beschäftigen. Desweiteren wurde ich ja aber auch mit dem Thema Fundraising betraut.
Nun braucht man für diese Arbeit natürlich Internet. Da hier aber alles nur über das Mobilfunknetz läuft, ist das im Prinzip eine ziemlich kostspielige Angelegenheit! Zwar hab ich bissl was an der Homepage des Waisenhauses machen können. Aus dem Grund hab ich die Arbeit am Computer heute aber auch bloß auf eine halbe Stunde beschränken müssen - weil mein Datenvolumen zusehends dahingeschmolzen ist! 😲
Vorallem während der täglichen Siesta nach dem Mittag ergibt sich dann auch regelmäßig die Herausforderung, die Zeit irgendwie (möglichst sinnvoll) zu vertreiben. In der direkteren Umgebung gibt's bloß Wohngebiet und um irgendwo zu Attraktionen oder so zu fahren, dafür hab ich einfach nicht die Mittel - bzw bin ich dafür zu knauserig. 😏 Immerhin hab ich mit meinem arabischen Mitfreiwilligen einen interessanten Gesprächspartner, mit dem ich mich auch heute wieder gut unterhalten konnte!
Und so leb ich hier von Tag zu Tag und freue mich, dass ich bald die Heimreise antrete. Allerdings bin ich trotz alledem schon jetzt auch bissl stolz auf mich, was die Reise als Ganzes betrifft - auch wenn so ziemlich alles (außer den einzelnen Stationen an sich) anders gekommen ist, als ich es mir im Vorfeld ausgemalt hab. 😅
Mittwoch, 12. April 2017
Tag 92, Mi. 12.04.
Nach ein paar Tagen, die ich kaum die Unterkunft verlassen hab, war der heutige Tag mal wieder ereignisreicher und auch aufregender - allerdings nicht nur in positiver Hinsicht, aber dazu später mehr.
Gestern hatte ich mir schon mit dem Araber ausgemacht, dass wir heute mal zusammen nach Arusha in die Stadt fahren - damit wir eben nicht immer nur in der Unterkunft rumsitzen. 😏 Er ist als Freiwilliger nicht direkt hier im Waisenhaus eingesetzt, sondern als Woofer (--> Link) auf einer Farm im Dorf unseres Hosts. Tagsüber ist also immer erstmal für paar Stunden dort beschäftigt.
Über den Mittag hab ich mich also wieder bissl mit Fundraising beschäftigt und weitere Plattformen gesucht, um dort Kampagnen zu starten. Ungefähr zum Mittagessen kam der Araber wieder zurück in die Unterkunft und nach dem Essen sind wir auch schon aufgebrochen. Eine der Betreuerinnen des Waisenhauses ist auch mitgekommen - damit wir uns auch nicht verlaufen wahrscheinlich, ts! 😏
Wir haben unsere Unterkunft ja nicht direkt in Arusha, sondern einem nahegelegenen kleinen Ort namens "Usa River" (nicht verwandt oder verschwägert mit den USA! 😅). Ich hab mein Suchresultat zwar noch nicht bei meinem Host bestätigen lassen. Aber mein aktueller Standort müsste ungefähr hier sein: --> Link. Eine gute Stunde später sind wir dann aus dem Dala Dala ausgestiegen und zu Fuß weiter zum "Massai-Markt". Für Touristen ist das selbstverständlich die erste Adresse, wenn es darum geht, sich mit Souvenirs einzudecken - und da wollten wir natürlich auch dazugehören!
Ungefähr zwei Stunden später hatte ich dann ein paar Schilling weniger in der Tasche, aber die Händler haben mir zumindest das Gefühl gegeben, ganz gut im Feilschen zu sein! 😅 Tatsächlich waren da einige Muzungus unterwegs und die einzelnen Händler haben sich auf jeden einzelnen gestürzt und versucht, ihn in ihre Läden zu locken.
Als der Markt abgehakt war hat sich der Araber dann erstmal abgesetzt. Heute ist nämlich Champions League und da wollte er unbedingt irgendwi in Arusha das Spiel schauen und "nachher" irgendwie alleine wieder zur Unterkunft kommen - ich bin ja gespannt, ob wir den jemals wiedersehen! 😜
Mit meiner Begleitung hab ich mich dann jedenfalls alleine wieder auf den Weg zu den Dala Dalas und zur Unterkunft gemacht. Dort angekommen hab ich erstmal Kassensturz gemacht - die letzten verbleibenden Tage hab ich umgerechnet noch gut 3€ Bargeld zur Verfügung. Aber da ich ja nicht wirklich was kaufen muss, sollte ich damit schon hinkommen. 😏
Ich hab bei der Gelegenheit aber auch gleich mal spaßeshalber die US$ durchgezählt, die ich mir vorsichtshalber aus Deutschland mitgebracht hab. Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass mir 100$ fehlen! Nun hab ich dummerweise das Geld zuletzt durchgezählt als ich noch in Deutschland war. Ich hab also nicht wirklich einen Schimmer, wann das Geld weggekommen ist! Allerdings sind mir zwei Vorfälle eingefallen, die dafür am ehesten in Frage kommen. Sowohl bei meinem ersten Host in Kampala, als auch bei meinem dritten Host in Pallisa weiß ich, dass jeweils ein Mal jemand an meinen Sachen war. Nur hielt ich es in beiden Fällen nicht für notwendig, das Geld nachzuzählen, weil es eigentlich ganz gut verstaut ist.
Prinzipiell könnte es auch erst jetzt passiert sein seitdem ich hier in Arusha bin. Das ist zwar momentan bloß spekulativ, dem werd ich aber demnächst nochmal versuchen nachzugehen. 😎
Zwar stellt diese Sache natürlich nochmal einen ordentlichen Frustfaktor dar, so kurz vor dem Ende. Aber es beeinträchtigt zum Glück nicht den Rest meiner Reise und in einer guten Woche sitz ich mit einiger Wahrscheinlichkeit im Flieger zurück in die Heimat! 😉
Dienstag, 11. April 2017
Tag 91, Di. 11.04.
Seit heute bin ich wieder der einzige Deutsche hier. Heute war der 90. Tag des max. 90-tägigen Tansaniavisums der anderen deutschen Freiwilligen. Am frühen Abend ist der Flieger Richtung Deutschland abgehoben. Der Vor- und Mittag war entsprechend sentimental, von wehmütigen Gesprächen (wobei ich da natürlich nicht wirklich mitreden konnte, ich war ja jetzt erst seit letzter Woche mit dabei) und von allerhand Abschiedsfotos geprägt. 😏
Da sie die meiste Zeit die einzige Freiwillige im Haus war, hat sie das "Freiwilligenzimmer" bewohnt, in dem bis zu vier Leute Platz finden. Ich und mittlerweile auch der Araber sind im Zimmer unseres Hosts untergekommen. Nachdem die Deutsche abgereist war, konnten wir aber (endlich) umziehen, sodass wir uns nun nicht mehr ein Doppelstockbett teilen müssen und unser Host wieder in sein Zimmer kann. 😅
Heute Abend hab ich mich nochmal mit meinem Host über Fundraising und andere PC-Arbeiten unterhalten, denen ich mich widmen kann. Das werd ich dann morgen mal angehen.
Zum Abendessen hat diesmal nicht nochmal der Araber gekocht. Aber man merkt auf jeden Fall, daas er jetzt einmal ein paar Gewürze angeschafft hat. Und die Katze hat sich auch sichtlich gefreut, dass es schon wieder Fleisch gab. 😜
Montag, 10. April 2017
Tag 90, Mo. 10.04.
Solange, wie ich jetzt noch hier mit im Waisenhaus bin, haben die Kinder ja noch Ferien. Das heißt also, dass sie alle den ganzen Tag hier rumspringen. Dabei können sie sich aber ganz gut selbst bespaßen, sodass ich den Part nicht unbedingt übernehmen muss. 😏 Während ich mich heute Vormittag mit den Kindern beschäftigt hab, stand dann mal eine Großbestellung von Papierflugzeugen auf dem Plan. Und die Kinder haben auch tatsächlich erst Ruhe gegeben, als die Fliegerstaffel komplett und jeder ausgerüstet war. Ansonsten haben mich die Kinder selbstverständlich auch problemlos in ihr Spiel integriert - bzw mich zB als praktisches Klettergerüst erkannt. 😅
Nach dem Mittag ist hier im Haus immer eine Weile Siesta. In der Zeit hab ich auch mich auch bissl ausgeruht und später die Miez des Hauses bei ihrem Streifzug durch den Garten beobachtet. Keine Ahnung, ob ich von der kleinen Mitbewohnerin schon erzählt hab. Das ist jedenfalls eine paar Monate alte Katze, die allerdings ziemlich abgemagert ist. Die andere Freiwillige hat erzählt, dass sie damals aus der Gosse gerettet wurde. Aber weil es hier ziemlich selten Fleisch zu den Mahlzeiten gibt, muss sie gezwungenermaßen auch über weite Strecken vegetarisch leben - wodurch die zierliche Erscheinung wiederum ziemlich plausibel ist! 😑 Da das hier ja mittlerweile meine letzte Station ist, hatte ich auch ernsthaft mal in Betracht gezogen, sie mitzunehmen. Aber das ist dann in der Kürze der Zeit doch nicht machbar...
Am Abend war dann mal zur Abwechslung ein kleiner Filmabend angesagt und zum Abendessen hat wieder der Araber gekocht. Keine Ahnung, ob das jetzt jeden Abend so ist - ich hätte jedenfalls nix dagegen und ihm scheint das ja auch Spaß zu machen. Das ist tatsächlich ein unverhoffter Vorteil daran, internationale Freiwillige kennenzulernen! 😅
Sonntag, 9. April 2017
Tag 89, So. 09.04.
Auch der Sonntag war heute ziemlich ruhig (keine nervige Kirche in der Nähe! 😉). Am Nachmittag hab ich unseren neuen arabischen Mitbewohner zum nächsten Supermarkt begleitet. Für heute Abend hatte er nämlich angekündigt, erstmal für alle zu kochen, und dafür musste noch Zeug beschafft werden.
Als wir wieder zurück in die Unterkunft gekommen sind, war grad eine Geburtstagsfeier für eines der Kinder im Gange. Da wurde wieder deutlich, dass Afrikaner (scheinbar) ziemlich gerne laut sind und rumkreischen. 😏 Von der ganzen Sache war das Geburtstagskind nach einer Weile so verängstigten, dass es angefangen hat zu weinen - ich frag mich, warum...
Zwischendurch hab ich mich auch immer mal wieder mit den Kindern beschäftigt. Aber prinzipiell nix nennenswertes.
Das Abendessen arabischer Art war dann in der Tat richtig gelungen! Es war zwar "nur" Reis mit Hühnchen. Aber nach drei Monaten afrikanischer Küche, die doch recht limitiert im Bezug auf Geschmacksvariationen ist, war es so gut, endlich mal wieder etwas ordentlich gewürztes und scharfes (und Fleisch!) zu bekommen! 😋 Mal schauen, ob sich der Gute nochmal in die Küche stellen möchte - dafür qualifiziert hat er sich heute jedenfalls schonmal! 😅
Am Abend haben wir dann vorhin noch eine Weile mal zur Abwechslung Karten gespielt, so eine Art UNO, aber mit individuellen Regeln. 😜
Mal schauen, was der morgige Tag so bereithält. Jetzt am Wochenende hatte ich ja schon bissl Probleme, nicht zu sehr in die Langeweile abzudriften... 😪
Samstag, 8. April 2017
Tag 88, Sa. 08.04.
Nach den vergangenen Tagen auf'm Bau war der heutige Tag mal wieder recht entspannt. Ich hab mich eine ganze Weile mit dem Fundraising beschäftigt. Und als nach dem Mittag allgemeine Siesta angesagt war, hatte ich dagegen auch nix einzuwenden. 😅
Ich hab mal wieder bissl gelesen, wozu ich diese Woche auch garnicht die Langeweile hatte, und mich ansonsten mit dem Handy beschäftigt. Gegen Abend hab ich mich auch mal vor die Tür gewagt und einen Spaziergang durch die Nachbarschaft gemacht. Die andere Freiwillige hatte letztens erwähnt, dass in der Nähe Schienen zu finden seien, die noch aus der Kolonialzeit stammen. Auf die bin ich nach einer ganzen Weile über völlig verschlammte "Straßen" auch gestoßen. Keine Ahnung, ob sie tatsächlich so alt sind. Aber dadurch bin ich wenigstens bissl unterwegs gewesen. 😏
Kurz vor dem Abendessen ist dann endlich der neue Freiwillige angekommen - endlich, weil er eigentlich für Donnerstag Abend angekündigt gewesen ist. Naja, hatte halt bissl Verspätung auf'm Weg! 😅 Er wird jedenfalls für einen Monat hier sein, allerdings auf einer Farm in der Nähe arbeiten, und kommt aus Saudi-Arabien. Heute Abend hatten wir entsprechend schon eine interessante Unterhaltung. 😜
Kommenden Dienstag reist ja die andere deutsche Freiwillige ab. Für meine restliche Zeit hier werd ich also wohl alleine mit ihm dem neuen Zimmergenossen auskommen müssen. Aber zumindest dem ersten Anschein nach, scheint er ganz umgänglich zu sein. 😅
Freitag, 7. April 2017
Tag 87, Fr. 07.04.
Die andere Freiwillige ist ja auch schon seit Mitte Januar hier in Afrika, allerdings eben nur hier in diesem Waisenhaus. In der Zeit hat sie natürlich auch paar Bekanntschaften gemacht. Deshalb hat sie für die weiteren Bauarbeiten am neuen Hühnerstall heute auch zwei Freunde angeheuert, die obendrein auch noch Erfahrung mit solchen baulichen Sachen haben. 😏 Zusammen mit unserem Host haben sie also ordentlich losgewerkelt, sodass für mich dabei nicht wirklich viel zu tun war. Ich hab größtenteils den Handlanger gespielt, das wurde am Ende aber trotzdem von meinem Host gewürdigt. Als ich gegen Mittag dazugekommen bin, war schon ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu gestern zu sehen - die Verstärkung war offensichtlich nicht zum Däumchen drehen angerückt. 😜 Ungefähr rechtzeitig zum Sonnenuntergang haben wir wieder Feierabend gemacht und tatsächlich bleiben jetzt bloß noch kleinere Abschlussarbeiten zu erledigen! Insgesamt, find ich, sieht das Fast-Endprodukt aber ganz schön wacklig und ziemlich zusammengeschustert aus. Aber für so eine Art von architektonischer Meisterleistung ist das wahrscheinlich der afrikanische Standard. 😅
Bevor ich aber überhaupt mit raus auf die Baustelle gekommen bin, hab ich mich am Vormittag noch bissl um die Sache mit dem Fundraising gekümmert und die Kampagne (erstmal leider bloß auf Englisch) auch bei Facebook gepostet! Wer das nicht mitbekommen hat - hier nochmal der Link, der gerne weiter verbreitet werden darf/soll:
Ich bin ja jetzt seit vergangenem Montag hier in diesem Waisenhaus, hab mich bissl eingelebt und die Kinder und das Team kennengelernt. Ich hab es auch schon bei Facebook geschrieben. Das ist wirklich eine super Sache und die Leute hier machen eine tolle Arbeit! Wie soviele solche Projekte hier aber auch, ist das Waisenhaus auf Spenden angewiesen! Jeder einzelne € wird tatsächlich benötigt und kommt auch garantiert an der richtigen Stelle an - dafür steh ich mit meinem Namen! 😜 Wichtig ist aber eben, die Sache weiter zu verbreiten, damit möglichst viele potenzielle Spender darauf aufmerksam werden! Ich bin bloß noch knapp zwei Wochen hier. Aber auch in dieser kurzen Zeit kann einiges erreicht werden - wenn genug Leute daran mitwirken!
Donnerstag, 6. April 2017
Tag 86, Do. 06.04.
Als ich heute morgen aufgestanden bin, war die andere Freiwillige schon wieder auf ihrer Baustelle beschäftigt. Deshalb hab ich mich nach dem Frühstück auch gleich wieder dazugesellt. Langsam geht es damit voran. Heute haben wir hauptsächlich die Eckpfeiler des Hühnerstalls gesetzt. Hier verfügen wir allerdings nicht über so praktische Sachen, wie Wasserwaage oder Lot, um sicherzustellen, dass die Dinger auch gerade stehen. Aber mit einem mit Wasser gefüllten Schlauch ging es auch erstaunlich gut! 😜 Als nächstes wurde ringsum das Fundament begonnen, indem große, grobe Steine geschichtet wurden. Bevor das allerdings mit Zement befestigt werden konnte, hat gegen Abend aber der einsetzende Regen den Feierabend beschlossen.
Mein Host ist heute Nachmittag wieder aus der Schule zurückgekommen. Morgen fangen nämlich die zweiwöchigen Osterferien an. Er hat auch mal eine Weile auf dem Bau gearbeitet, sodass seine fachkundige Unterstützung gerade recht kam!
Bevor es gegen Abend dem unfreiwilligen Feierabend zuging, hatte ich mich schon gegen 17Uhr abgesetzt. Da war mir nämlich eingefallen, dass ich heute eigentlich das Fundraising angehen wollte. 😅 Dafür hatte ich mir gestern auch extra mehr Datenvolumen für die nächsten 24h gebucht - die allerdings gegen 18Uhr rum waren!
Ich hab mich also noch schnell den Informationen gewidmet, die mir mein Host bereits hat zukommen lassen. Und ich hab es auch geschafft, eine Kampagne auf einer der Plattformen zu erstellen, die mir mein Host gezeigt hat. Aber trotzdem ist dann zum Ablauf der 24h ein Großteil des Datenvolumens verfallen, weil ich außer der Sache nicht wirklich was im Internet gemacht hab... 😑
Naja, bloß gut, dass auch das größere Datenpaket bloß gut 40 Cent kostet. 😜
Den Rest des Abends hab ich dann mal wieder vor mich hinniesend und -schniefend verbracht. Sowohl diese Wetter- und Temperaturumschwünge, als auch die auffallend oft hustenden Kinder haben mich hier jetzt wohl auch willkommen geheißen. Ich hoffe einfach mal, dass es genauso schnell wieder verschwindet, wie es mich heute heimgesucht hat! 😏
Zum Abendessen gab es dann endlich mal wieder was bekanntes: Pommes, natürlich selbst gemacht! 😋
In zwei Wochen sitz ich im Flieger Richtung Heimat. Und so interessant und intensiv diese Reise auch war und immernoch ist - ich freu mich schon jetzt auf die Rückkehr in "meine Welt"! 😜
Mittwoch, 5. April 2017
Tag 85, Mi. 05.04.
Wie zu erwarten war mein Schlafbedarf vergangene Nacht nicht mehr ganz so groß und so bin ich "schon" gegen halb neun aufgewacht. Die lautstarken Kinder im Haus haben aber auch ihr Bestes dazu beigetragen. 😅
Als ich aufgestanden bin, war die andere Freiwillige schon fleißig mit ihrem Bauprojekt beschäftigt und nach dem Frühstück hab ich mich auch dazugesellt. Zu Beginn muss für so einen Stall ja erstmal das Fundament her. Und das gestaltete sich als komplizierter als im Vorfeld (zumindest von mir) erwartet - und als es jemand halbwegs fachkundiges machen würde. 😜
Ein Teil der Grundstücksgrenze dient als Referenz, damit der Stall parallel zur Mauer verläuft. Anfangs lediglich mit einem Metermaß ausgerüstet, war es aber zB eine schier unlösbare Aufgabe, die vier Ecken des Fundaments in den rechten Winkel zu bekommen! Neben der Denkarbeit war aber natürlich noch die tatsächliche körperliche Arbeit, wobei wir beide schnell gemerkt haben, dass wir viel zu wenig solche Arbeit gewohnt sind! So hab ich mir erstaunlich schnell eine Blase an einer ungünstigen Stelle an der Hand eingehandelt, weshalb ich nicht weiter mit anpacken konnte. Aber weil es ja ihr Projekt ist, hat die andere Freiwillige nochmal klargestellt, dass ich nix machen muss und jederzeit aufhören kann. Ich bin aber noch weiter ab und zu dazugekommen und hab ab und zu Tipps und Hinweise gegeben. Die andere Freiwillige macht sich kommenden Dienstag auf den Rückweg nach Deutschland. Bis dahin muss der Stall theoretisch stehen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es in den nächsten Tagen vorangeht. Und ich hoffe, wieder mit anpacken zu können, wenn sich meine Hand wieder eingekriegt hat. 😏
Neben den anlaufenden Baumaßnahmen waren natürlich auch einige der Kinder den ganzen Tag über da. Es ist eine essenzielle Frage der Finanzen, welche Kinder wie oft zur Schule gehen können! Hier im Waisenhaus sind aber auch drei "Caretaker", also Pflegerinnen, die auch den Haushalt schmeißen und die vormittags mit den Kindern auch immer bissl Unterricht machen. So eine kleine Baustelle ist aber natürlich auch was interessantes, weshalb sie uns ständig zwischen den Füßen rumgesprungen sind. Aber dadurch konnten sie auch ab und zu mal mit anpacken! 😜
Am Ende des Tages ist wenigstens schonmal die Grenze des Fundaments ausgehoben - es fehlt also nur noch, den Rest der Fläche freizumachen, damit der Zement reinkommen kann.
Um meinen eigentlichen Job, das Fundraising, werd ich mich mal morgen kümmern. Mittlerweile hab ich von meinem Host ein paar Inhalte für die Kampagne bekommen. Heute hatte ich es allerdings als dringender erachtet, die Bauarbeiten zu unterstützen.
Dienstag, 4. April 2017
Tag 84, Di. 04.04.
Mein erster voller Tag in Tansania hat erstmal ziemlich spät begonnen. Die vergangenen anderthalb Tage waren ja nicht grad stressarm, sodass ich diese Nacht den verpassten Schlaf nachgeholt hab und erst gegen halb elf aufgewacht bin. 😅
Im Halbschlaf hatte ich schon mitbekommen, dass mein Host los ist. Hauptberuflich ist er nämlich Lehrer und übernachtet auch in der Schule, sodass wir ihn erst am Freitag wieder zu Gesicht bekommen.
Gestern hatten wir schon bissl darüber geredet, was ich denn hier so zu tun krieg. Und heute hat er mir dann per WhatsApp einige weitere Informationen zukommen lassen. Eine Hauptaufgabe soll für mich die Organisation von Fundraising sein. Dabei ist mein Part die tatsächliche technische Umsetzung auf den jeweiligen Plattformen. Heute war da allerdings noch nicht allzu viel zu machen, sodass ich einen Großteil des weiteren Tages damit verbracht hab, mich in verschiedenen Situationen mit den Kindern bekannt zu machen, die hier im Waisenhaus leben - und tagsüber nicht in die Schule gehen. Zum Glück sprechen die alle mehr oder weniger Englisch, sodass sich die Kommunikation deutlich unkomplizierter gestaltet als es noch oft in Uganda der Fall war!
Die andere deutsche Freiwillige ist schon seit Mitte Januar hier (lustigerweise am gleichen Tag in Afrika angekommen wie ich) und hat zurzeit noch ein kleines Projekt laufen, bei dem ich die nächsten Tage wahrscheinlich auch mal mit helfen werd. Wir haben hier nämlich ein paar Hühner, die haben allerdings garkeinen richtigen Stall! Heute wurde deshalb Baumaterial angeliefert, sodass zeitnah der Bau des Stalls beginnen kann!
Vorhin zum Abend haben die andere Deutsche und ich noch eine Weile geplaudert und Erfahrungen in Afrika ausgetauscht. Es tut echt gut, mal wieder jemanden zu treffen, mit dem man in seiner eigenen Sprache reden kann! 😅
Mal schauen, was genau morgen so passiert. Vllt lässt mir mein Host noch paar Informationen für's Fundraising zukommen. Ansonsten darf ich bestimmt auch bei dem Bau des Stalls mitwirken. 😜